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	<title>Solarschwestern</title>
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	<description>Eine Reise zu den Solar Sisters im Barefoot College, Rajasthan, Indien</description>
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		<title>Solarschwestern</title>
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		<title>Lok Utsav &#8211; Festival für Volkskultur und Musik in Tilonia</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Feb 2010 22:36:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ankeseye</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aruna Roy]]></category>
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		<description><![CDATA[Wie jedes Jahr, fand im Februar auf dem Campusgelände des Barefoot College ein Festival für Volkskultur und Musik statt. Musikerinnen und Musiker aus den entlegendsten Winkeln Rajasthans spielten drei Tage mit traditionellen Instrumenten  in der Agora auf. Bata hatte mir vom Festival erzählt und ich habe hin und her überlegt, ob ich nicht gleich noch einmal nach [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ankeseye.wordpress.com&amp;blog=10729352&amp;post=554&amp;subd=ankeseye&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_549" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/02/lok-utsav-tweet.png"><img class="size-medium wp-image-549" title="lok utsav tweet" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/02/lok-utsav-tweet.png?w=300&#038;h=186" alt="" width="300" height="186" /></a><p class="wp-caption-text">lok utsav tweet</p></div>
<p>Wie jedes Jahr, fand im Februar auf dem Campusgelände des Barefoot College ein Festival für Volkskultur und Musik statt. Musikerinnen und Musiker aus den entlegendsten Winkeln Rajasthans spielten drei Tage mit traditionellen Instrumenten  in der Agora auf.</p>
<p>Bata hatte mir vom Festival erzählt und ich habe hin und her überlegt, ob ich nicht gleich noch einmal nach Tilonia komme &#8211; aber natürlich geht das nicht&#8230;vielleicht im nächsten Jahr! Aber meine kleine &#8222;Schwester&#8220; im Barefoot College hat wunderschöne Fotos gemacht und mir gemailt &#8211; alle Fotos in diesem Beitrag sind von ihr, von Bata Bhurji.</p>
<div id="attachment_552" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/02/lokutsav-audience.jpg"><img class="size-full wp-image-552" title="LOKUTSAV-audience" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/02/lokutsav-audience.jpg?w=500&#038;h=193" alt="" width="500" height="193" /></a><p class="wp-caption-text">BesucherInnen des Lok Utsav Festivals </p></div>
<p>Viele Gäste nicht nur aus der Region kommen, um Musik zu hören, die immer seltener geworden ist. Ältere Musiker sind schon durch viele Länder gereist, um ihre Kunst vorzuführen, aber Nachwuchs gibt es kaum.</p>
<div id="attachment_553" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/02/lokutsav-floetenspieler-im-profil.jpg"><img class="size-medium wp-image-553 " title="LOKUTSAV-floetenspieler im profil" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/02/lokutsav-floetenspieler-im-profil.jpg?w=300&#038;h=200" alt="" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Flötenspieler beim Lok Utsav Festival 2010</p></div>
<p>Osama Manzar, fleißiger Twitterer vom Lok Utsav, erzählt von Diskussionen am Rande des Festivals über das Aussterben der Volksmusik, die  Apathie der Regierung und die Nöte der Künstler. Keine Medien sind vor Ort, um sie aufzuschreiben und zu debattieren.</p>
<p>Aruna Roy hat für sie ein Ohr und diskutiert Möglichkeiten, die reiche Kultur im ländlichen Rajasthan zu erhalten. Die Musiker wünschen sich regionale Kunst- und Musikschulen und die Chance, an den normalen Schulen Kunst und Musik unterrichten zu können.</p>
<p>Dieser Unterricht könnte durch das NREGA finanziert werden &#8211; das National Rural Employment Guarantee Act, das Gesetz von 2005, welches jeder Familie im ländlichen Raum in Indien 100 Tage bezahlter Arbeit pro Jahr ermöglicht &#8211; zu einem garantierten Mindestlohn von 100 Rupien am Tag (siehe meinen <a title="Post Bahnbrechende Gesetze" href="http://ankeseye.wordpress.com/2010/01/03/bahnbrechende-gesetze/" target="_blank">Artikel zu bahnbrechenden Gesetzen gegen Korruption und für das Recht auf Arbeit</a>).</p>
<p>Die MusikerInnen schlagen auch vor, alle zwei Monate regionale Musikworkshops zu veranstalten, sie wünschen sich mediale Aufmerksamkeit, damit ihre Kunst bekannter wird und vor dem Aussterben bewahrt werden kann.</p>
<div id="attachment_550" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/02/lokutsav-sechs-musiker.jpg"><img class="size-full wp-image-550" title="LOKUTSAV-sechs musiker" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/02/lokutsav-sechs-musiker.jpg?w=500&#038;h=287" alt="" width="500" height="287" /></a><p class="wp-caption-text">MusikerInnen auf dem Lok Utsav 2010</p></div>
<p>Nicht zuletzt fehlt es an angemessener Bezahlung, um als Musiker von der Kunst auch leben zu können und die fortschreitende Landflucht auch der Künstler zu beenden. Finanzielle Unterstützung ist  aber auch notwendig, um die Ausbildung der Kinder zu sichern und ein Mindesteinkommen für die Alten zu garantieren &#8211; Renten gibt es natürlich nicht für Volksmusiker.</p>
<p>Man sieht den kulturellen Reichtum Rajasthans in Gefahr und beschwört dringenden Handlungsbedarf. Auf dem Campus des Barefoot College wird wieder einmal Aktivismus geplant: die Protagonisten des Festivals planen öffentliche Demonstrationen und Lobbymaßnahmen, um Druck auf die Regierung auszuüben.</p>
<div id="attachment_551" class="wp-caption aligncenter" style="width: 499px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/02/lokutsav-taenzerin-im-schwarzen-kleid-allein.jpg"><img class="size-full wp-image-551" title="LOKUTSAV-taenzerin im schwarzen kleid - allein" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/02/lokutsav-taenzerin-im-schwarzen-kleid-allein.jpg?w=489&#038;h=715" alt="" width="489" height="715" /></a><p class="wp-caption-text">Tänzerin auf dem Lok Utsav in Tilonia 2010</p></div>
<p>Für viele Besucher ist das Festival jedoch vor allem ein Fest der Lebensfreude, der Schönheit und des Wohlklangs. Bei Tanz, Gesang und Melodien gezaubert mit unterschiedlichsten Instrumenten gibt man sich Träumen hin und feiert in Gemeinschaft.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/ankeseye.wordpress.com/554/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/ankeseye.wordpress.com/554/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/ankeseye.wordpress.com/554/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/ankeseye.wordpress.com/554/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/ankeseye.wordpress.com/554/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/ankeseye.wordpress.com/554/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/ankeseye.wordpress.com/554/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/ankeseye.wordpress.com/554/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/ankeseye.wordpress.com/554/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/ankeseye.wordpress.com/554/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/ankeseye.wordpress.com/554/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/ankeseye.wordpress.com/554/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/ankeseye.wordpress.com/554/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/ankeseye.wordpress.com/554/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ankeseye.wordpress.com&amp;blog=10729352&amp;post=554&amp;subd=ankeseye&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" /><div class="sharedaddy sd-like-enabled"></div>]]></content:encoded>
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		<title>Von kunsthandwerklichen Schätzen und Kamadeva &#8211; dem Gott für Lust und Liebe</title>
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		<pubDate>Mon, 25 Jan 2010 19:43:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ankeseye</dc:creator>
				<category><![CDATA[Barefoot College]]></category>
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		<description><![CDATA[An meinem letzten Tag in Tilonia muss ich natürlich unbedingt noch einen Großeinkauf im Craft Shop erledigen. Ich rechne mit einer halben Stunde aber bin 1,5 Stunden damit beschäftigt – einen Großteil der Zeit nimmt allerdings schon das Schreiben der Quittungen und die Bezahlungsregelung in Anspruch. Das Problem: ich habe keine Rupien und keine Dollars, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ankeseye.wordpress.com&amp;blog=10729352&amp;post=510&amp;subd=ankeseye&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>An meinem letzten Tag in Tilonia muss ich natürlich unbedingt noch einen Großeinkauf im Craft Shop erledigen.</p>
<div id="attachment_518" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01932a.jpg"><img class="size-medium wp-image-518" title="im Ladeninneren" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01932a.jpg?w=300&#038;h=240" alt="" width="300" height="240" /></a><p class="wp-caption-text">im Ladeninneren</p></div>
<p>Ich rechne mit einer halben Stunde aber bin 1,5 Stunden damit beschäftigt – einen Großteil der Zeit nimmt allerdings schon das Schreiben der Quittungen und die Bezahlungsregelung in Anspruch.</p>
<p>Das Problem: ich habe keine Rupien und keine Dollars, nur noch Euro und eine Kreditkarte. Beides sind hier keine akzeptierten Zahlungsmittel. Am Ende lande ich bei Bunker Roy, der pragmatisch entscheidet, dass ich einen Teil mit Euro bezahle und den Rest auf Rechnung kaufen kann und das Geld später überweise. Jede Quittung wird langsam und ausführlich geschrieben, dazu mein Name und eine Telefonnummer, die Adresse – für alle Fälle. Dann werden alle Quittungen noch einmal neu geschrieben, weil ein Teil meiner Einkäufe per Paket hinterhergeschickt wird. Das Porto festzustellen, ist nicht so einfach &#8211; aber wichtig, denn davon hängt auch ab, wieviel Gepäck ich mir bei der Reise zumute.</p>
<h3>Kissen…Kissen…Kissen</h3>
<div id="attachment_517" class="wp-caption aligncenter" style="width: 509px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/drei-kissen.png"><img class="size-full wp-image-517" title="drei Kissen" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/drei-kissen.png?w=499&#038;h=167" alt="" width="499" height="167" /></a><p class="wp-caption-text">drei Kissen - das rote in der Mitte gibt es jetzt auch bei mir zuhause</p></div>
<p>Waren werden gewogen, ein Assistent wandert zur Poststelle, kommt nach einer gefühlten Ewigkeit zurück mit einer Tabelle voller kleiner Zahlen – Gewichten und Versandarten und all ihren möglichen Kombinationen. Der Shop-Buchhalter muss viel rechnen – der Gegenwert der Euros in Rupien und die Restsumme erst in Rupien und dann wiederum in Euro– ich stehe daneben und sitze innerlich auf Kohlen.</p>
<div id="attachment_516" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/drei-tierkissen.png"><img class="size-full wp-image-516" title="drei Tierkissen" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/drei-tierkissen.png?w=500&#038;h=164" alt="" width="500" height="164" /></a><p class="wp-caption-text">drei Tierkissen - farbenfrohe Applikationen mit Stickerei</p></div>
<p>Nebenbei denke ich darüber nach, wie ich meine Einkäufe nach Deutschland bekomme – ich möchte so viel wie möglich mitnehmen, aber das wird eine logistische Herausforderung. Am Ende lasse ich nur eine dünne Steppdecke für den Versand, der Rest wird irgendwie verstaut. Vor dem Bezahlen kam jedoch die Qual der Wahl. Es ist furchtbar schwer, sich zwischen all den schönen Kunsthandwerken zu entscheiden, vor allem, wenn man auf Stickereien steht. Ich habe immer wieder Kissen nebeneinander auf die Erde gelegt (siehe die Bilder weiter oben).</p>
<p>Immer wieder stehe ich vor Entscheidungen, wie diese: soll ich diese Kissen nehmen, nur in Blautönen:</p>
<div id="attachment_519" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01923a.jpg"><img class="size-full wp-image-519" title="drei blaue Kissen" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01923a.jpg?w=500&#038;h=212" alt="" width="500" height="212" /></a><p class="wp-caption-text">drei blaue Kissen - in typischer Tilonia Ornamentik (Applikationen)</p></div>
<p>Oder doch lieber jene – gemischt mit rot und grün?</p>
<div id="attachment_520" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01924a.jpg"><img class="size-full wp-image-520" title="drei Kissen in gemischten Farben" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01924a.jpg?w=500&#038;h=219" alt="" width="500" height="219" /></a><p class="wp-caption-text">drei Kissen in gemischten Farben</p></div>
<p>Decken, Vorhänge und Wandbehänge habe ich immer wieder auf der Erde ausgebreitet, bewundert und überwiegend wieder zusammengefaltet und weggelegt, man kann nicht alles haben, was man schön findet. Ich überlege im Geist, wen ich alles in Deutschland beglücken kann mit tilonischen Mitbringseln und so entsteht langsam ein Stapel in der Ecke des Ladens mit wunderschönen Textilien.</p>
<h3>Einfache Handwerkstechniken mit großer ästhetischer Wirkung</h3>
<div id="attachment_514" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/weisse-decke.png"><img class="size-full wp-image-514" title="weisse Decke" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/weisse-decke.png?w=500&#038;h=327" alt="" width="500" height="327" /></a><p class="wp-caption-text">weiße Decke in Chirni-Applikationstechnik</p></div>
<p>Eine gigantisch große weisse Decke gehört zu den auserwählten Stücken. Sie besteht aus zwei Schichten Stoff, einer sehr transparenten unteren Schicht – einer Art feinstem Batist – und einer oberen Schicht aus dünner aber blickdichter Baumwolle. In der oberen Schicht wurde der Stoff eingeschlitzt, die Ränder der Schlitze nach innen gefaltet und anschließend mit der Hand festgenäht. So entsteht ein Muster aus mehr oder weniger transparenten Flächen – eine typische Technik in Rajasthan, genannt Chirni, die sehr graphisch und sehr edel wirkt. Meine Decke ziert inzwischen das Bett in Deutschland, sie ist so groß, dass sie auch bei einer Bettbreite von 1,60 Meter rechts und links bis auf den Boden hängt.</p>
<div id="attachment_513" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/bunte-wandbehaenge.png"><img class="size-full wp-image-513" title="farbenprächtige Wandbehaenge" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/bunte-wandbehaenge.png?w=500&#038;h=315" alt="" width="500" height="315" /></a><p class="wp-caption-text">farbenprächtige Wandbehaenge - im Haathi Ghoda Stil</p></div>
<p>Die wunderschönen farbigen Exemplare mussten erst einmal in Tilonia bleiben. Ich konnte sie zwar endlos bewundern, aber in meine Wohnung passen sie dennoch nicht so gut hinein. Ich lief durch den Laden wie durch ein Kunsthandwerkmuseum. Ist die weiße Decke eher von graphischen Mustern bestimmt, so sind die farbigen Wandbehänge mit einer typischen Ikonographie gestaltet, in der immer wieder ähnliche Figuren auftauchen. Diese traditionellen Darstellungen nennt man Haathi-Ghoda. Sie enthalten Palmen, Menschen, Vögel, Katzen, Kamele und immer wieder Elefanten…alles stark stilisiert und fast ornamental gestaltet, aber sehr stark in der Wirkung.</p>
<h3>Den Lebensbaum von Tilonia trifft man im barefoot college überall</h3>
<div id="attachment_515" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/baumapplikationen.png"><img class="size-full wp-image-515" title="Baumapplikationen" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/baumapplikationen.png?w=500&#038;h=178" alt="" width="500" height="178" /></a><p class="wp-caption-text">Kissen und ein Wandbehang mit dem Lebensbaum-Motiv als Applikation</p></div>
<p>Das häufigste Motiv in Tilonia ist jedoch ein Lebensbaum. Das Design hat Batas Mutter entworfen – es findet sich auf Kissen und auf Wandbehängen und in verschiedenen Farbkombinationen. In der Variante „Großer Baum“ fliegen Vögel über der Baumkrone und versammeln sich Menschen und Tiere um seinen Stamm. Auffällig sind die großen Wurzeln – ganz untypisch für ein hiesiges Baumbild – sind sie offenbar Symbol für Verwurzelung auf der einen Seite und die Verbindung zur Mutter-Erde (und damit zum kostbaren Grundwasser) auf der anderen Seite. Es sind Versionen dieses großen Baum-Wandbehanges, die man an vielen Stellen im barefoot college findet, ja sogar in der Wohnung von Bunker Roy in New Delhi. Es ist gewissermaßen zum Wahrzeichen des barefoot college geworden.</p>
<div id="attachment_511" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/lederhocker.png"><img class="size-full wp-image-511" title="Lederhocker" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/lederhocker.png?w=500&#038;h=237" alt="" width="500" height="237" /></a><p class="wp-caption-text">bestickter Lederhocker und Steck-Stuhl mit verzierter Lehne aus Leder</p></div>
<p>Neben etlichen Kissenbezügen erwerbe ich auch zwei große und zwei kleine Klappstühle – genaugenommen Steckstühle, da sie sich mit einem leichten Handgriff in zwei Teile zerlegen und zusammenstecken lassen.  Dann sind diese urgemütlichen Lümmel-Sessel-Hocker nur noch ein kompaktes Paket von wenigen Zentimetern Dicke. Sehr praktisch – sowas kann ich gut brauchen. Das Grundmodell dieser Stühle stammt aus Saharanpur in Uttar Pradesh &#8211; in Tilonia wurde das Design vervollkommnet. Die Rückenlehnen der Tiloniavariante sind aus dickem Leder, das entweder nur mit Lederschnüren und kleinen Löchern verziert ist, oder sehr aufwändig mit Wollfäden bestickt. Beide Varianten sind äußerst haltbar und hinreißend schön. Einen Fernseher habe ich schon seit 10 Jahren nicht mehr, bei uns werden Filme auf DVD und damit am Laptop geschaut. Dafür gibt es im Wohnzimmer eine Lümmelecke – genau dort stehen jetzt die Tilonia Sessel, gemütlicher kann man kaum Filme sehen. Auf dem Bild ist auch ein Hocker – an ihm kann man die Wollstickerei gut erkennen.</p>
<h3>Tota heißt Papagei – Das Symbol Indiens ist auch Helfer für den Gott der Lust und Liebe</h3>
<div id="attachment_512" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/totaketten.jpg"><img class="size-full wp-image-512" title="Totaketten" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/totaketten.jpg?w=500&#038;h=241" alt="" width="500" height="241" /></a><p class="wp-caption-text">Totaketten - in allen Längen und Farben - aber immer mit einem Glöckchen am Ende</p></div>
<p>Last but noch least, muss ich natürlich auch ein paar Totas mitnehmen – die hängen ebenfalls überall herum, an Feiertagen sogar in den Bäumen. Ich suche mir einige lange und kurze Totaketten aber auch kleine Totaanhänger, die ich später in Deutschland an meine Freunde verschenke. Totas sind symbolische Vögel – das Wort steht in Hindi für Papagei.</p>
<div id="attachment_522" class="wp-caption alignleft" style="width: 235px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/kamadeva18thcenturyengraving.jpg"><img class="size-medium wp-image-522 " title="Kamadeva - Gott der Liebe" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/kamadeva18thcenturyengraving.jpg?w=225&#038;h=300" alt="" width="225" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Kamadeva - Gott der Liebe und der Lust - mit Zuckerrohrbogen und Blütenpfeilen, begleitet vom Pagageien (=Tota)</p></div>
<p>Totas – Vogelsymbole – sind in der Kunst und im Kunsthandwerk Indiens sehr häufig, sie symbolisieren daher häufig das Land selbst. Der Papagei ist jedoch auch das <strong>Tier der Gottheit für Liebe und Verlangen &#8211; <a title="Wikipedia Artikel Kamadeva" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Kamadeva">Kamadeva</a></strong> (Quelle: <a title="Tota Bedeutung" href="http://www.rayd8design.com/Tota_Web/Tota_name.html" target="_blank">TOTA Design </a>).</p>
<p>Ähnlich unserem Liebesgott Amor wird Kamadeva als schöner Jüngling mit Pfeil und Bogen dargestellt, nur dass bei Kamadeva der Bogen aus Zuckerrohr besteht und die fünf Pfeile mit je einer Blüte geschmückt sind, darunter die Blüten von Jasmin, Mango und Lotus.</p>
<p>Betörender kann man wohl kaum einen Liebespfeil abschießen&#8230;</p>
<p>So vergingen also munter 1,5 Stunden im Kunsthandwerkladen des barefoot college und inzwischen erfreue ich mich täglich an diesen schönen Erinnerungen. An jenem Tag hatte ich jedoch keine Ruhe – die Uhrenzeiger rasten, ich musste unbedingt noch die deutsche Tonspur für den solarsister Film &#8222;Simple Heroes&#8220; aufnehmen. Mohan – der Chef von Bata, war nach kurzer Suche ausfindig gemacht. Der hier eingefügte Film ist die englisch sprachige Version &#8211; die Tonspur hat Bunker Roy selbst gesprochen.</p>
<p>Ich hockte mich im Mediacenter auf die Teppiche, Mohan baute seine Aufnahmegerätschaften daneben auf und los ging es. Den ersten Paragraphen musste ich wiederholen –zwischendurch kam laut piepsend ein SMS von Bata, also noch mal von vorn.</p>
<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://ankeseye.wordpress.com/2010/01/25/kunsthandwerkliche-schaetze/"><img src="http://img.youtube.com/vi/4A450E1QZTY/2.jpg" alt="" /></a></span>
<p>Ich gab mir Mühe schön ruhig und langsam zu sprechen und reichlich Pausen einzubauen. Bata hatte mir eingeschärft, auf keinen Fall unter 10 Minuten zu reden, lieber länger als kürzer und ich hatte nur noch 15 Minuten Zeit bis zur Abfahrt des Autos, das uns in ein 1,5 Stunden entferntes Dorf bringen sollte. Ich hatte also nur einen Versuch, für Wiederholung war keine Zeit. Alles lief wunderbar, ich habe ca. 12 Minuten gesprochen, also genau wie von Bata gewünscht. Viel später erzählt mir Bunker, dass es eigentlich genau anders herum war – auf keinen Fall länger als 10 Minuten reden…, keine Ahnung, was jetzt aus meiner offensichtlich zu langen Tonspur wird.</p>
<p>Am Ende wird es doch hektisch, ich renne zurück zum Guesthaus, deponiere meine Einkäufe und mache mich auf den Weg. Vor mir liegt der letzte aber aufregendste Ausflug in Tilonia – ein Besuch bei der amtierenden Premierministerin der Rajasthanischen Nachtschulen, der zwölfjährigen Neraj. Ich habe sie erst auf der Ziegenweide, dann im Hof ihrer Eltern und anschließend in der Nachtschule begleiten dürfen. Das waren unvergeßliche Augenblicke, von denen hier noch berichtet werden wird.</p>
<div id="attachment_523" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/p1190672.jpg"><img class="size-full wp-image-523" title="Neraj, Premierministerin des Nachtschulen-Kinderparlaments" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/p1190672.jpg?w=500&#038;h=375" alt="" width="500" height="375" /></a><p class="wp-caption-text">Neraj (12 J.), Premierministerin des Nachtschulen-Kinderparlaments </p></div>
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			<media:title type="html">im Ladeninneren</media:title>
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			<media:title type="html">drei Kissen</media:title>
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			<media:title type="html">drei Tierkissen</media:title>
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			<media:title type="html">drei blaue Kissen</media:title>
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			<media:title type="html">drei Kissen in gemischten Farben</media:title>
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			<media:title type="html">weisse Decke</media:title>
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			<media:title type="html">farbenprächtige Wandbehaenge</media:title>
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			<media:title type="html">Baumapplikationen</media:title>
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			<media:title type="html">Lederhocker</media:title>
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			<media:title type="html">Totaketten</media:title>
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			<media:title type="html">Kamadeva - Gott der Liebe</media:title>
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			<media:title type="html">Neraj, Premierministerin des Nachtschulen-Kinderparlaments</media:title>
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	</item>
		<item>
		<title>Demokratieunterricht im barefoot college – hier herrscht das Volk jeden Tag (ein langer Text)</title>
		<link>http://ankeseye.wordpress.com/2010/01/17/demokratieunterricht/</link>
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		<pubDate>Sun, 17 Jan 2010 22:16:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ankeseye</dc:creator>
				<category><![CDATA[Barefoot College]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
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		<category><![CDATA[Volksherrschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine kleine Präambel Dieser Artikel wird einen Teil meines zehnten Tages beschreiben, vor allem aber gibt er einen umfassenden Einblick in die Grundprinzipien des demokratischen Lebens im barefoot college. Ich habe erstaunliche Dinge erfahren, gesehen und erlebt und so manche Lektion habe ich nach Hause genommen. Ich wollte diesen Artikel weder kürzen noch teilen, er [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ankeseye.wordpress.com&amp;blog=10729352&amp;post=462&amp;subd=ankeseye&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Eine kleine Präambel</h3>
<p>Dieser Artikel wird einen Teil meines zehnten Tages beschreiben, vor allem aber gibt er einen umfassenden Einblick in die Grundprinzipien des demokratischen Lebens im barefoot college. Ich habe erstaunliche Dinge erfahren, gesehen und erlebt und so manche Lektion habe ich nach Hause genommen. Ich wollte diesen Artikel weder kürzen noch teilen, er ist daher etwas länger als die übrigen. </p>
<p>Mein zehnter Tag beginnt ähnlich wie der neunte mit einer großen Überraschung, die einiges an Hektik mit sich bringt und alle Pläne über einen Haufen wirft. Ich erfahre, dass es nicht am folgenden Tag sondern schon am gleichen Abend nach Neu Delhi geht und ich dafür dann einen ganzen Tag in Neu Delhi verbringen kann. Ich wollte noch so viel machen im college! So viele Themen habe ich noch nicht bearbeitet, so viele Menschen noch nicht befragt, so viele Stellen nicht besucht. Ich wollte auch noch einmal zum Abschied zu den solar sisters, auch das ist nicht mehr zu schaffen. </p>
<h3>Vasu – ein Urgestein mit bewegter persönlicher Geschichte</h3>
<div id="attachment_540" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/vasuji-portrait.jpg"><img class="size-medium wp-image-540" title="Vasuji Portrait" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/vasuji-portrait.jpg?w=300&#038;h=283" alt="" width="300" height="283" /></a><p class="wp-caption-text">Vasuji, konzentriert bei der Arbeit am Computer</p></div>
<p>Nach dem Frühstück interviewe ich erst einmal das Urgestein des barefoot college (davon gibt es eine Handvoll) – Vasu, der seit über 30 Jahren hier lebt und arbeitet und eigentlich Srinivasan heißt. Mit ihm rede ich über das barefoot college im Allgemeinen – über den Alltag, wie Demokratie dort funktioniert, welche Menschen dort leben. Einige Daten und Fakten schickt mir Vasu später noch per email hinterher. Wir reden auch über „Green Jobs“ die im Laufe der Jahrzehnte in und durch das barefoot college entstanden sind – darüber werde ich später einen separaten Text schreiben, das ist eine eigene Geschichte. In diesem Text soll die Rede sein von der Community selbst und wie ihr Zusammenleben funktioniert. Die Bilder illustrieren den campus und das Alltagsleben. </p>
<div id="attachment_465" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc02156.jpg"><img class="size-medium wp-image-465" title="Kinder in der Nightschool" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc02156.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Kinder in der Nightschool - Am Anfang des Unterrichts wird gesungen</p></div>
<p>Vasu kam 1975 ins barefoot college und blieb – mit zwei Unterbrechungen bis auf den heutigen Tag. Vasu atmet schwer – seit den 80er Jahren ist er schwer krank. Heute lebt er mit gerade einmal 10 Prozent aktiver Lunge, vor zwei Jahren hat man ihn aus einem Atemstillstand gerettet, nachdem er minutenlang praktisch tot war. Wie Bunker Roy hat er eine hervorragende Ausbildung genossen, war eigentlich für ihn eine illustre Karriere vorgezeichnet. Wie Bunker hat er sich für ein bescheidenes Leben und die Aufgabe entschieden, die Lebensbedingungen für die Landbevölkerung zu verbessern. Nach seinen ersten 7 Jahren im college folgte er dem Druck seiner Frau und zog fort. Einige Jahre später, die Ehe war gescheitert, kam er wieder. Seine Frau und die Tochter leben inzwischen in Südafrika. <span id="more-462"></span><!--more--></p>
<h3>Mit einer Hühnergenossenschaft für Unberührbare fing Vasu an – ein „successful failure“</h3>
<div id="attachment_543" class="wp-caption alignleft" style="width: 274px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/vasuji-portrait-2.jpg"><img class="size-medium wp-image-543" title="Vasuji Portrait 2" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/vasuji-portrait-2.jpg?w=264&#038;h=300" alt="" width="264" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Vasuji auf dem Campus</p></div>
<p>Was Vasu vor allem auf das Land und in das college lockte, war das „R“ im Kürzel – SWRC, Social Work and Research Centre, wie sich das barefoot college seit seiner Gründung nennt.</p>
<p>In seinem Leben vor Tilonia arbeitete er in Multinationals, lebte 1,5 Jahre in Hong Kong. Hier in Tilonia wollte er experimentieren und untersuchen, wie man erfolgreich in armen ländlichen Communities die Lebensqualität verbessern kann. </p>
<p>Er begann mit einer Hühnergenossenschaft für Angehörige von Kasten, die noch unter den Dalits, den sogenannten Unberührbaren, standen. Sie standen im Ruf, schwarze Magie auszuüben, man hielt sie für diebisch aber ließ sie gleichzeitig häufig Gärten hüten. Vasu lebte mit 8-10 Familien dieser Kaste. Er nahm einen Kredit über 150.000 Rupien auf und begann mit einem Hühnerstall. </p>
<div id="attachment_464" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01124.jpg"><img class="size-medium wp-image-464" title="Die Hühnerstallruinen befinden sich im Alten Campus neben der Dayschool" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01124.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Die Hühnerstallruinen befinden sich im Alten Campus neben der Dayschool</p></div>
<p>Nach ersten Erfolgen kamen jedoch Krisen. Es gab Hühnerkrankheiten und Dürre und mit der geplanten Expansion die Feststellung, dass eine größere Hühnerfarm zu viel Wasser verbrauchen würde – Wasser, das einfach nicht da war. Zur gleichen Zeit wurde Vasu selbst krank. Das Hühnerexperiment wurde nach 2,5 Jahren wieder beendet. Die Ruinen der Hühnerställe sieht man heute noch im alten Campus, sie befinden sich direkt neben der Dayschool. Für Vasu war das einer der „successful failures“ – ein Fall „erfolgreichen Scheiterns“ also, von denen das Campus einige erlebt hat. </p>
<p>Für ihn war jeder dieser Fälle eine Gelegenheit zu Lernen aber auch gelebte Community. Die Menschen, mit denen er zusammenarbeitete waren bitterarm. Für Vasu bedeutet das sehr viel: </p>
<blockquote><p>„You cannot play around with peoples lifes if they are so poor that every failure would risk their very existence“. </p></blockquote>
<p>Das Risiko, mit ihrem Leben zu spielen, in dem das college seine sozialen Experimente durchführte war hoch, es durfte auf keinen Fall auf dem Rücken der Armen ausgetragen werden. Das Geschäftsrisiko für alle diese Unternehmungen übernahm Bunker Roy mit dem barefoot college – Vasu hält dies für eine Grundvoraussetzung des Erfolgs. </p>
<h3>Frag die Menschen selbst, was für sie gut ist, schreib ihnen nichts vor – kollektive Fähigkeiten als Kern des barefoot Ansatz</h3>
<p>Vasu übernahm in der Folge mehr administrative und Steuerungsaufgaben, er nutzte seine hervorragenden Sprachkenntnisse für englische Übersetzungen, er arbeitete viel im Bereich Communications. Er lernte, welche sozialen Steuerungsstrukturen erfolgreich sind. </p>
<div id="attachment_463" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc00918.jpg"><img class="size-medium wp-image-463" title="Unter dem Theater befindet sich der Regenwassertank" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc00918.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Unter dem Theater befindet sich ein riesiger Regenwassertank</p></div>
<p>Seine wichtigste These: Frag die Menschen selbst, was sie brauchen und was gut für sie ist, geh nicht hin und schreib es ihnen vor. </p>
<p>&#8222;Diese Menschen haben mir gesagt: Hühner sind gut, aber wir brauchen Wasser viel dringender&#8220; &#8211; erzählt Vasu und wie dies zur Neuausrichtung führte. </p>
<p>Die Ärmsten der Armen wissen um ihre gegenseitige Abhängigkeit, sie wollen nicht noch eine Abhängigkeit von außen. Sie haben keinerlei Ressourcen, das einzige was sie haben, sind ihre Fähigkeiten. Auch das nennt Vasu ein Grundprinzip des barefoot college: </p>
<blockquote><p><strong>„collective skills are the core of the barefoot college“ -</strong>– <em>(=die kollektiven Fähigkeiten sind das Fundament des barefoot college)</em>.</p></blockquote>
<p> </p>
<div id="attachment_467" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01143.jpg"><img class="size-medium wp-image-467" title="In der Holzwerkstatt arbeiten auch Frauen - hier kann jede/r alles lernen" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01143.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">In der Holzwerkstatt arbeiten auch Frauen - hier kann jede/r alles lernen</p></div>
<p>Eine entscheidende Frage ist jedoch die nach der Entscheidungsgewalt.</p>
<p>Im barefoot college leben mehr als 40% Dalits – Angehörige der Unberührbaren, weitere 40% gehören anderen „niederen“ Kasten an.</p>
<p>Sie kommen ohne Eigentum aber dennoch wird das barefoot college von ihnen allen gesteuert. Hier „geht die Macht vom Volke aus“, wie man früher in der DDR zu sagen pflegte – nur dass es hier auch stimmt.</p>
<h3>Die wahre Demokratie – im barefoot college herrscht das Volk – Unberührbare, Behinderte, Schwache werden stark</h3>
<p>So gesehen lebt das barefoot college eine wahrhaftige Demokratie – eine <strong>Volksherrschaft im Wortsinne</strong>. Die Demokratisierung war ebenfalls ein längerer Prozess. Inzwischen ist sie stabil, sind z.B. Menschen bereit, sich freiwillig auch für die Gemeinschaft zu engagieren. Hier hilft jeder jedem. Hier fühlen sich gerade die andernorts Schwachen sicher und gut aufgehoben. Ein Fünftel der 125 BewohnerInnen des barefoot college sind Menschen mit Behinderungen. Vor 15 Jahren begann man verstärkt Menschen v.a. mit physischen Handicaps einzustellen. </p>
<div id="attachment_469" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01289.jpg"><img class="size-medium wp-image-469" title="Gehbehinderte nutzen auch Spezialfahrräder" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01289.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Gehbehinderte nutzen auch Spezialfahrräder</p></div>
<p>Ein Bewohner des campus hatte 1992 eine Studie in der Region durchgeführt und festgestellt, dass es mehr als 1000 Behinderte allein in der Gegend gab, darunter auch einige, die bereits als Lehrer an Nightschools für das college arbeiteten. Seit dem gibt es im Campus eine affirmative action. Wenn neue Jobs zu vergeben sind, werden die Schwächsten am ehesten bedacht. So finden sich auch mehr Frauen unter den Bewohnern (55 von 85 Erwachsenen), manche von ihnen Opfer häuslicher Gewalt, die im campus nicht nur Schutz suchen sondern auch einen Arbeitsplatz, der ihnen ein unabhängiges Auskommen sichert. Auch deshalb gibt es hier soviele Angehörige diskriminierter Kasten – denn gerade auf dem Land und noch einmal doppelt im traditionellen Rajasthan wirkt das Kastensystem noch sehr stark. Deshalb gibt es auch so viele Menschen, die man hier „physically challenged“ nennt. </p>
<h3>Beispiellose Integration Behinderter – Vorbild für den Rest der Welt</h3>
<p>Eine bessere Integration Behinderter habe ich in meinem Leben bisher nicht gesehen. Sie sind ein natürlicher Teil der Gesellschaft, werden ohne Unterschied betrachtet und behandelt und treten selbstbewußt und voller Lebensfreude auf. Sie haben Arbeit wie alle anderen. Sie bewegen sich mit langen Stöcken oder speziellen Fahrrädern fort, haben verschiedenste Einschränkungen überwiegend als Folgen einer durchlittenen Kinderlähmung, sie sind männlich oder weiblich, alt oder jung. Sie sind so normal wie alle. </p>
<div id="attachment_475" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01456.jpg"><img class="size-medium wp-image-475" title="Man muss nicht hören und sprechen können, um wunderschöne Puppen zu fertigen" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01456.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Man muss nicht hören und sprechen können, um wunderschöne Puppen zu fertigen</p></div>
<p>Diese Normalität hat sich auch auf mich übertragen. Ich fand es immer schwierig, schwer behinderten Menschen gegenüber zu treten. Ich wußte nie recht, wie ich mich verhalten sollte, bin Blickkontakten ausgewichen. Daran gewohnt war ich auch nicht, es kommt im Alltag einfach zu selten vor. Das war im barefoot college ganz anders. Hier war man umgeben von Menschen mit Behinderungen, die offen und kontaktfreudig auf einen zugingen – jede eigene Verklemmung verschwindet dann sehr schnell. Ich bin sicher, dass ich auch das als einen Schatz mit nach Hause nehme. Ich habe wirklich viel gelernt im barefoot college – für das Leben. </p>
<h3>Der enge Zusammenhalt macht die Community stark</h3>
<p> </p>
<div id="attachment_470" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc00920.jpg"><img class="size-medium wp-image-470" title="Männer lesen vor der Bibliothek an der Wand des Theaters" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc00920.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Männer lesen vor der Bibliothek an der Wand des Theaters Zeitung</p></div>
<p>Auch Krisen wie schwere Dürren in sechs aufeinanderfolgenden Jahren konnten ihnen nichts anhaben.</p>
<p>Vasu erzählt stolz, wie sich bestimmte Prozesse verselbständigt haben, wie z.B. die ersten eingetragenen Vereine von Solaringenieurinnen im Bhutan oder auch in Rajasthan gegründet wurden. Damit haben sie sich emanzipiert vom barefoot college, können in ihren Ländern selbst Förderungen beantragen und weitere Solaringenieurinnen ausbilden.</p>
<h3>Grundprinzipien des barefoot college –Gleichheit, Empowerment und Demokratie</h3>
<div id="attachment_476" class="wp-caption alignright" style="width: 235px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01509.jpg"><img class="size-medium wp-image-476 " title="Auf der Tafel am Eingang des neuen Campus stehen Einnahmen, Ausgaben, höchstes und niedrigstes Einkommen" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01509.jpg?w=225&#038;h=300" alt="" width="225" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Auf der Tafel am Eingang des neuen Campus stehen Einnahmen, Ausgaben, höchstes und niedrigstes Einkommen</p></div>
<p>Ich frage Vasu danach, was er als die Grundprinzipien des barefoot college Ansatzes beschreiben würde. Vasu nennt eine ganze Reihe. Ein Schlüssel zum Glück im barefoot college ist die angestrebte <strong>Egalität</strong>, erzählt Vasu. Niemand verdient mehr als 100 Dollar im Monat, auch nicht nach 20 Jahren. Das höchste Gehalt beträgt das 1,4 fache des niedrigsten Gehaltes – beide Werte stehen auf einer Tafel gleich am Eingang des neuen campus. </p>
<p>Die Menschen im college kommen aus ärmsten Verhältnissen, viele waren Analphabeten, sie sind nicht mobil und sind häufig durch ihre Gruppenzugehörigkeit (Dalits und noch darunter rangierende Kasten) diskriminiert. Für Vasu ist es entscheidend, genau solche Menschen aufzunehmen und sowohl <strong>Planung als auch Management in ihre Hände, die Hände der Ärmsten und Schwächsten zu legen</strong>. </p>
<div id="attachment_471" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc00973.jpg"><img class="size-medium wp-image-471" title="Meeting im Theater - hier werden Probleme und Entscheidungen diskutiert" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc00973.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Meeting im Theater - hier werden Probleme und Entscheidungen diskutiert</p></div>
<p>Es gibt verschiedene Gruppen, die sich regelmäßig treffen, um zu diskutieren und Entscheidungen zu treffen. So gibt es monatliche Treffen der Gesundheitsarbeiter, der Frauengruppen, der Nightschool VertreterInnen, des Bildungskommittees, des Wasserkommittees und des Kinderparlamentes. Alle Probleme und Geldfragen werden in diesen Fachkommittees erörtert und entschieden. Wenn dort Konflikte nicht gelöst werden können, findet eine Befassung in den monatlichen Meetings der Koordinatoren statt oder in den monatlichen Community Meetings. Personenkonflikte werden in der Regel auch im persönlichen Gespräch beigelegt. Man lebt und arbeitet ja gemeinsam im Campus. </p>
<h3>„Check and Balance“ – im barefoot college wird viel experimentiert, aus Niederlagen wird gelernt </h3>
<div id="attachment_472" class="wp-caption alignleft" style="width: 235px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01392.jpg"><img class="size-medium wp-image-472" title="Jeder übernimmt Aufgaben für die Gemeinschaft - auch das Giessen der Bäume gehört dazu" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01392.jpg?w=225&#038;h=300" alt="" width="225" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Jeder übernimmt Aufgaben für die Gemeinschaft - auch das Giessen der Bäume gehört dazu</p></div>
<p>Das college lebt von einem konstanten Selbst-Evaluierungsprozess, es ist immer wieder möglich, auf halbem Wege umzudrehen oder eine andere Richtung einzuschlagen, ein ständiges „check and balance system“ wie es Vasu nennt.</p>
<p>Dadurch verrennt man sich nicht, kann mühelos von der Hühnerzucht auf die notwendigere Regenwassergewinnung umsteigen und bleibt immer nah dran an den Prioritäten derer, die im college auch leben. Man theoretisiert nicht, man macht einfach.</p>
<p>Wenn man so will, ist es ein geplantes trial and error Verfahren. Man probiert immer wieder Neues – neben Hühnern hat man sich auch schon an Enten- und Bienenzucht versucht, berichtet Vasu. Das waren wohl auch &#8222;erfolgreiche Fehlschläge&#8220;, Enten und Bienen sind mir jedenfalls keine mehr begegnet. Daneben gibt es auch die wahren Erfolgsgeschichten, wie die Regenwassergewinnung und das Solarprogramm. </p>
<h3>Und noch ein Grundprinzip: Jeder kann alles lernen, Papierdiplome sind wertlos</h3>
<p>Auch der eigene Lebenslauf ist flexibel, selten arbeiten BewohnerInnen ihr Leben lang in einem Beruf. Man kann als Fahrer anfangen und ein paar Jahre später als Puppenspieler durch das Land ziehen. Jeder kann eine Rolle finden, in die er oder sie am besten reinpasst. Jeder kann sich weiterentwickeln und etwas Neues lernen. </p>
<div id="attachment_477" class="wp-caption alignright" style="width: 235px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/solar-cookerin-erklart.jpg"><img class="size-medium wp-image-477" title="Der Grundsatz &quot;jede/r kann alles lernen&quot; macht auch junge Frauen selbstbewußt" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/solar-cookerin-erklart.jpg?w=225&#038;h=300" alt="" width="225" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Der Grundsatz &quot;jede/r kann alles lernen&quot; macht auch junge Frauen (hier eine Solarkochermonteurin) selbstbewußt</p></div>
<p>Ein Grundsatz im college lautet: <strong>„jeder kann alles lernen“.</strong> In bestimmten Bildungsgraden sieht man keine Voraussetzung für Qualifikationen, die „paper qualifications“ haben hier keinen besonders guten Ruf. </p>
<p>Bunker Roy sagt sogar gern, dass Menschen, die mit einem Masters oder Doktor im campus auftauchen, schon deshalb disqualifiziert sind. Von Papierdiplomen hält man nicht viel. Hier werden Kompetenzen ausgebildet, keine Theorien vermittelt. Hier kann man ohne Lesen und Schreiben zu können, Solaringenieurin werden. Hier wird jeder per se erst einmal für qualifizierbar und lernfähig gehalten. </p>
<p>Dieser positive Ansatz ist ein enormer Motivator. Menschen im barefoot college glauben an sich selbst und sind stolz auf ihre Fähigkeiten. Dies betrifft insbesondere die Frauen. Ihr Selbstbewusstsein, mit dem sie z.B. einen Solarkocher zusammenbauen, dessen Reflektorschale einen Durchmesser von 2 Metern hat, ist bemerkenswert. </p>
<h3>Diskriminierung wegen Kastenzugehörigkeit, Religion, Geschlecht oder Behinderung gibt es hier nicht</h3>
<p>Vasu erzählt, wie sich der Geist in der Community verändert hat. Wie der Zugang zu wirklich gleichen Entwicklungsmöglichkeiten, eine höhere Sichtbarkeit und die völlige Abwesenheit von Diskriminierung zu höherer Selbstachtung, einem stabilen Grundvertrauen und einem starken Selbstbewusstsein geführt hat.</p>
<div id="attachment_478" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01499.jpg"><img class="size-medium wp-image-478" title="Gekocht wird immer für alle " src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01499.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Gekocht wird immer für alle - hier wird Fladenbrot gebacken</p></div>
<p>Dazu ist erwähnenswert, dass auch religiöse Vielfalt vorhanden ist: neben dem Hinduismus gibt es hier Anhänger des Buddhismus, Jainismum und des Islam.</p>
<p>Genauso habe ich die Community auch wahrgenommen – stark, eng im Zusammenhalt, vielfältig und sehr werte orientiert. Nach meinen subjektiven Maßstäben ist man im barefoot college unserem (gelebten) Wertesystem weit voraus. </p>
<h3>Maximale Transparenz – ein hoher Wert &#8211; Freedom of Information gibt es hier seit Jahrzehnten</h3>
<p>Transparenz ist ein weiteres Grundprinzip. Nicht nur die Gehälter sind bekannt, auch die Haushaltsbudgets und wofür sie ausgegeben werden. Das ist auch Basis für die Entscheidungsprozesse – hier reden alle mit, wenn es um wesentliche Budgetfragen geht. Das barefoot college arbeitet viel mit umliegenden Dörfern zusammen. Sie sind u.a. Auftragnehmer für handwerkliche Aufgaben oder entsenden Arbeitnehmer für Arbeitsplätze im campus. Die Dörfer haben ein hohes Interesse, in die Kooperation aufgenommen zu werden. Das barefoot college nutzt dieses Interesse durch Einfluss auf die Dorfgemeinschaften. Die Aufnahme neuer Dörfer in die Kooperation hängt von klaren Kriterien ab – auch hier herrscht Transparenz. Die Dörfer müssen zum Beispiel nachweisen, dass sie auch im eigenen Dorf Frauen und Behinderten bezahlte Arbeitsplätze geben. </p>
<div id="attachment_468" class="wp-caption aligncenter" style="width: 509px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/solaranlagen.png"><img class="size-full wp-image-468" title="Solaranlagen" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/solaranlagen.png?w=499&#038;h=190" alt="" width="499" height="190" /></a><p class="wp-caption-text">Solaranlagen: ein Großkocher auf dem Dach der Messe und eine Solarstromanlage</p></div>
<p>Wenn neue Arbeitsplätze im college geschaffen werden, dann erfolgt deren Besetzung über eine Art Warteliste. In den letzten Jahren wurden viele neue Jobs geschaffen – die Fertigung von Spielzeug aus Recyclingmaterialien, Arbeitsplätze in einer neuen Mechanikerwerkstatt, einem Labor für Wassertests oder im gesamten Solar-Bereich. Für diese Arbeitplätze wird man ohne Voraussetzungen qualifiziert. Bei den durch die Dörfer benannten Kandidaten sind ebenfalls Behinderte zu bevorzugen. </p>
<div id="attachment_479" class="wp-caption alignleft" style="width: 235px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01072.jpg"><img class="size-medium wp-image-479" title="Cia Cia ist ein bekannter Puppenspieler in Tilonia, dies ist ein Bild von seiner Puppe" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01072.jpg?w=225&#038;h=300" alt="" width="225" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Cia Cia ist ein bekannter Puppenspieler in Tilonia, dies ist ein Bild von seiner Puppe</p></div>
<p>Das barefoot college hat sich auch über die eigenen Organisationsgrenzen für mehr Transparenz eingesetzt, insbesondere 20 Jahre lang und letztlich erfolgreich für das Gesetz zur Informationsfreiheit gekämpft, das 2005 endlich in Kraft trat. </p>
<p>Mit diesem Gesetz (siehe auch meinen <a title="Link Blogpost Bahnbrechende Gesetze" href="http://ankeseye.wordpress.com/2010/01/03/bahnbrechende-gesetze/" target="_blank"><strong>Artikel &#8222;bahnbrechende Gesetze&#8220;</strong> </a>dazu)  soll insbesondere die Korruption bekämpft werden. </p>
<p>Die finsteren Kanäle, in denen öffentliche Gelder auf dem Weg durch die verschiedenen föderalen Ebenen von oben nach unten versickerten, werden durch dieses Gesetz transparent.</p>
<p>Die Korruption nahm nach Inkrafttreten des Gesetzes ab, mehr Gelder kamen auf der Ebene der Bedürftigen an. </p>
<h3>Traditionspflege, Solartechnologie und Globalisierung – hand in hand – das geht? Es geht!</h3>
<div id="attachment_481" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/postpakete1.png"><img class="size-medium wp-image-481" title="Vom barefoot college Craft-Shop werden handgenähte Pakete in alle Welt geschickt" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/postpakete1.png?w=300&#038;h=220" alt="" width="300" height="220" /></a><p class="wp-caption-text">Vom barefoot college Craft-Shop werden handgenähte Pakete in alle Welt geschickt</p></div>
<p>Noch ein Grundprinzip nennt Vasu: Im barefoot college wird Tradition gepflegt aber werden die Augen nicht vor dem Fortschritt und der Globalisierung verschlossen. </p>
<p>In den Werkstätten fertigt man Kunsthandwerk nach altem Brauch und in gewohnter Handarbeit, aber auf den Dächern glänzen Solarpanele in der Sonne, es gibt WLAN und der Shop versendet seine Waren per mailorder innerhalb von 7 Tagen an jeden beliebigen Ort auf der Welt. Jedes Päckchen wird dabei in einen Stoffsack eingenäht – in Handarbeit. Hier wird das Blechgeschirr an der Wasserpumpe im Freien gewaschen aber Afrikanerinnen eingeflogen und zu Solaringenieurinnen ausgebildet. Tradition und Globalisierung – hier funktioniert beides nebeneinander. Der Geist von Gandhi steht dahinter – Technologie und Fortschritt ja, aber nur wenn sie keine Arbeitsplätze vernichten und das Leben der Menschen verbessern. </p>
<h3>Everything is done for the poor and by the poor – der barefoot Ansatz breitet sich aus in Indien</h3>
<p>All diese Aspekte machen den barefoot Ansatz aus. Bunker Roy formuliert ihn noch kürzer: „everything is done for the poor and by the poor”. Inzwischen gibt es 20 barefoot colleges in 16 indischen Bundesstaaten, die alle unabhängig voneinander existieren. </p>
<div id="attachment_482" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01389.jpg"><img class="size-full wp-image-482" title="gemeinsame Mittagspause - Schuhe vor dem Essensraum" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01389.jpg?w=500&#038;h=375" alt="" width="500" height="375" /></a><p class="wp-caption-text">gemeinsame Mittagspause - Schuhe vor dem Essensraum</p></div>
<p>Einige von ihnen wurden von ehemaligen campus Bewohnern in Tilonia gegründet. Gemeinsam bilden sie das SAMPDA Netzwerk, ein Netzwerk von Freiwilligen Organisationen, die nach dem barefoot Ansatz arbeiten. </p>
<p>In diesem Gespräch mit Vasu habe ich an meinem letzten Tag im barefoot college sehr viel erfahren über das, was die Seele des college ausmacht – was die Community im Inneren zusammenhält. Ich hätte noch länger zuhören können, aber das läßt der knappe Zeitplan nicht zu. Ich muss noch packen, einkaufen, den deutschen Text recorden –und das alles bis 13:00 – dann geht’s zur amtierenden Premierministerin der Night Schools Rajasthans.</p>
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			<media:title type="html">Vasuji Portrait</media:title>
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			<media:title type="html">Kinder in der Nightschool</media:title>
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			<media:title type="html">Vasuji Portrait 2</media:title>
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			<media:title type="html">Die Hühnerstallruinen befinden sich im Alten Campus neben der Dayschool</media:title>
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			<media:title type="html">Unter dem Theater befindet sich der Regenwassertank</media:title>
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			<media:title type="html">In der Holzwerkstatt arbeiten auch Frauen - hier kann jede/r alles lernen</media:title>
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			<media:title type="html">Gehbehinderte nutzen auch Spezialfahrräder</media:title>
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			<media:title type="html">Man muss nicht hören und sprechen können, um wunderschöne Puppen zu fertigen</media:title>
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			<media:title type="html">Männer lesen vor der Bibliothek an der Wand des Theaters</media:title>
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			<media:title type="html">Auf der Tafel am Eingang des neuen Campus stehen Einnahmen, Ausgaben, höchstes und niedrigstes Einkommen</media:title>
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			<media:title type="html">Meeting im Theater - hier werden Probleme und Entscheidungen diskutiert</media:title>
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			<media:title type="html">Der Grundsatz &#34;jede/r kann alles lernen&#34; macht auch junge Frauen selbstbewußt</media:title>
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			<media:title type="html">Gekocht wird immer für alle </media:title>
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			<media:title type="html">Solaranlagen</media:title>
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			<media:title type="html">Cia Cia ist ein bekannter Puppenspieler in Tilonia, dies ist ein Bild von seiner Puppe</media:title>
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			<media:title type="html">gemeinsame Mittagspause - Schuhe vor dem Essensraum</media:title>
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		<title>Jaipur Teil 3 &#8211; mit Palast der Winde und einem Linsensuppenrezept</title>
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		<pubDate>Sat, 16 Jan 2010 15:12:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ankeseye</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Palast der Winde – rosafarbene Trutzburg aus dem Märchenland Weitere Museen und Paläste vertrage ich an dem Tag nicht mehr – außerdem ist es inzwischen später Nachmittag und ich möchte noch ein wenig vom Gewimmel in der Stadt mitbekommen und natürlich einen Blick auf einen Markt werfen. Unterwegs dorthin halten wir jedoch noch am [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ankeseye.wordpress.com&amp;blog=10729352&amp;post=448&amp;subd=ankeseye&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Der Palast der Winde – rosafarbene Trutzburg aus dem Märchenland</h3>
<p>Weitere Museen und Paläste vertrage ich an dem Tag nicht mehr – außerdem ist es inzwischen später Nachmittag und ich möchte noch ein wenig vom Gewimmel in der Stadt mitbekommen und natürlich einen Blick auf einen Markt werfen. Unterwegs dorthin halten wir jedoch noch am Palast der Winde an, der zwar auch rosafarben ist aber sonst in seiner Architektur völlig anders als alles Übrige in der Stadt.</p>
<div id="attachment_451" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc018921.jpg"><img class="size-medium wp-image-451" title="Fassade des Palasts der Winde" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc018921.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Fassade des Palasts der Winde</p></div>
<p>In einem riesigen Halbrund drängen sich viele kleine Erker an-, über- und untereinander, ja sogar irgendwie übereinander, so dass die Fassade ein richtiges Gewimmel abbildet, das trotzdem Ruhe ausstrahlt.</p>
<p>Das ganze wirkt filigran durch die verschiedenartigen Fenstermuster aber dennoch auch wie eine Trutzburg, denn die Fensterdurchbrüche sind klein und lassen viel rosarote Mauer übrig.</p>
<p>Wir halten uns nur kurz auf, eine Bettlerin mit kleinem Kind bedrängt uns heftig. Ich habe im barefoot college und seiner Umgebung so etwas nicht erlebt und kann mit dem Anblick nicht umgehen. Ich habe nicht mal eine einzige Rupie, die ich ihr geben könnte – der Besuch eines Geldautomaten steht noch auf dem Plan, in meinem Portemonnaie gibt es nur Zwanzigeuro-Scheine. Die Frau hält mir den Säugling direkt vor das Gesicht und sagt dann immer „Foto Baby, Foto Baby“. Das ist sicher Ausdruck ihrer Not, für mich ist es trotzdem Kindesmissbrauch. Ich mag auch gar kein Foto davon machen.<span id="more-448"></span></p>
<div id="attachment_450" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01896.jpg"><img class="size-medium wp-image-450" title="Strasse in der Altstadt von Jaipur" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01896.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Strasse in der Altstadt von Jaipur</p></div>
<p>Später erfahre ich, dass dies häufig eine Art organisierte Bettlerei ist, deren Hintermänner die Einnahmen einstreichen und nur einen Bruchteil an die bettelnden Bedürftigen weitergeben. Auch diese Erkenntnis hilft nicht, das Elend zu ertragen. Es ist und bleibt ein unerträglicher Anblick. Armut gehört ins Museum – so der Titel eines lesenswerten Buches. Die Menscheit ist intelligent genug und unser Planet reich genug, um allen Menschen ein Leben in Würde zu ermöglichen. Es wird Zeit, dass dafür mehr getan wird, anstatt immer noch mehr Milliarden in Rüstung oder den Besuch von Mars und Mond zu stecken.</p>
<h3>Geldnot auf dem Markt</h3>
<p> </p>
<div id="attachment_449" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc019031.jpg"><img class="size-medium wp-image-449" title="Rikshas gibt es häufig im Strassenbild von Jaipur" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc019031.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Rikshas gibt es häufig im Strassenbild von Jaipur</p></div>
<p>Auf dem Weg zum Markt kommen wir wieder an der Altstadt mit leicht morbidem Charme vorbei.</p>
<p>Ich wünsche mir, das nächste Mal mit viel mehr Zeit hierher zu kommen und einfach mal ein paar Stunden durch die Strassen zu laufen und nicht nur im Auto daran vorbeizufahren. Es ist dem Ort einfach nicht angemessen. Er ist gleichermaßen voll und hektisch durch das Gewimmel aber auch eine Stätte der Langsamkeit. Das klingt irgendwie schizophren, ging aber doch zusammen.</p>
<div id="attachment_454" class="wp-caption alignright" style="width: 235px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc02265.jpg"><img class="size-medium wp-image-454" title="Mein Kleid aus Jaipur" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc02265.jpg?w=225&#038;h=300" alt="" width="225" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Mein Kleid aus Jaipur</p></div>
<p>Auf dem Markt schaue ich mich angeregt durch die wunderschönen Textilien, die ich in Albert Hall und im City Palast gesehen habe, vor allem nach Stickereien um.</p>
<p>Ich kaufe ein Kleid und 3 kleine Oberteile, so habe ich auch mal Abwechslung und muss nicht die ganze Zeit die gleiche Kleidung im Campus tragen (es war ja Bunker Roys ausdrücklicher Wunsch, dass ich mich einheimisch kleide).</p>
<p>Bezahlen kann ich jedoch nichts davon, immer noch keine Rupie im Geldbeutel  &#8211; bisher brauchte ich kein Geld.</p>
<p>Bata legt aus, wir wollen ja gleich zum Geldautomaten, alles kein Problem. Auf dem Weg zum Geldautomaten amüsiere ich mich wieder einmal über eine der unmotiviert herumstehenden Kühe.</p>
<div id="attachment_452" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01905.jpg"><img class="size-medium wp-image-452" title="Kühe schauen gern mal in ein Schaufenster " src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01905.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Kühe schauen gern mal in ein Schaufenster </p></div>
<p>Für mich ist dieser Anblick ja immer noch sehr ungewöhnlich, aber in Indien dreht sich kein Mensch nach einer Kuh um, die Schaufensterauslagen zu betrachten scheint, an einem Motorradsitz herumschnuppert oder sich mit der Schnauze im Rinnstein zu schaffen macht.</p>
<p>Der erste Versuch schlägt fehl, immer wieder die Anzeige „the last transaction has been cancelled“ – warum und wieso? Keine Angabe. Wir versuchen es bei einem anderen Automaten, auch da Fehlanzeige, aber immerhin weiß ich inzwischen warum: bei Kreditkarte 1 ist die PIN falsch (das hatte ich mir schon gedacht, die habe ich mir noch nie merken können), Kreditkarte 2 ist zum Jahreswechsel abgelaufen. Blitzartig fällt mir der Brief der Bank ein, in dem die neue Karte lag.</p>
<p>Zuhause liegt sie warm und trocken. Und ich bin in Indien, habe noch 40 Euro und ca. 10 Dollar und sonst kein Geld mehr, aber schon Schulden von knapp 50 Euro angesammelt. Zu Hause lese ich in der Zeitung, dass es gar nicht an der vermeindlich falschen PIN lag, sondern an einem gigantischen Softwareproblem. Nach der Jahrzehntwende zu Sylvester spuckten Geldautomaten bei Millionen von Kreditkarten kein Geld mehr aus – vor allem im Ausland.</p>
<p>Ich tröste mich mit dem Gedanken, dass ich ja immerhin noch mit der Kreditkarte bezahlen kann, da wo man sie akzeptiert. Der letzte Halbsatz ist leider ein entscheidender.</p>
<div id="attachment_458" class="wp-caption aligncenter" style="width: 509px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc019061.jpg"><img class="size-full wp-image-458" title="Bata im Restaurant vor den Toren Jaipurs" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc019061.jpg?w=499&#038;h=284" alt="" width="499" height="284" /></a><p class="wp-caption-text">Bata im Restaurant vor den Toren Jaipurs</p></div>
<p>Vielerorts kann man mit Kreditkarte nichts anfangen, nicht mal im barefoot college. Ich bin heilfroh, dass ich unter Freunden bin, im barefoot college kann man anschreiben, ich werde meine Schulden nach der Rückkehr überweisen. Es ist mir auch eine Erleichterung, dass wir ein Restaurant finden, in dem wir auf Kreditkarte essen können. Wir sind mutterseelenallein in dem Lokal, es ist ein vegetarisches – was in Indien offenbar eher die Regel als die Ausnahme ist. Von der Speisekarte verstehe ich kein Wort, ich lasse Bata für mich etwas aussuchen. Am Ende kommt viel zu viel, die Vorsuppe hätte ich mir sparen können, es kommt sowieso die obligatorische Linsensuppe zum Hauptgang dazu.</p>
<h3>Linsensuppe – ohne die gibt’s kein Essen – mit dem Rezept von Bata</h3>
<p>Diese Linsensuppe wird mir fehlen. Hier das Rezept von Bata:</p>
<div id="attachment_455" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc02236.jpg"><img class="size-medium wp-image-455" title="Linsensuppe schmeckt am besten mit etwas frischem Koriander" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc02236.jpg?w=300&#038;h=279" alt="" width="300" height="279" /></a><p class="wp-caption-text">Linsensuppe schmeckt am besten mit etwas frischem Koriander</p></div>
<p>Zwei Hände voll Linsen in einem Topf mit lauwarmem Wasser aufsetzen, das Wasser sollte ca. 1 cm über dem Linsenrand stehen.</p>
<p>In einer Pfanne Öl erhitzen, zuerst etwas Kümmel hineingeben, dann kleingeschnittenen Knoblauch, anschließend Zwiebelwürfel dazugeben und zuletzt kleingeschnittene Tomaten. Kurz braten. Wenn die Linsen weich sind (ca. 15-20 Min.) den Inhalt der Pfanne in die Linsen geben, mit Salz und Chili (Pfeffer geht auch) abschmecken. Das ganze vom Herd nehmen und etwas frischen Koriander hineinstreuen. Zu Tisch mit Zitronenstückchen reichen – zum selbst Zitronensaft hineinzuträufeln. Lecker!</p>
<p>Nach dem Essen im Lokal fahren wir auf geradem Weg zurück nach Tilonia. Es ist schon ein Gefühl, wie nach Hause zu kommen. Es war ein toller Tag, aber ich war auch wieder gern im barefoot college. Schnell ging es noch einmal ins Telefonhäuschen, den Gandhi-Text hochladen. Mein neunter Tag in Indien ist zu Ende.</p>
<p>Mehr über Jaipur lesen?</p>
<p><strong><a title="Artikel Jaipur Teil 1" href="http://ankeseye.wordpress.com/2010/01/10/jaipur-teil1/" target="_blank">Hier gehts zu Jaipur Teil 1 &#8211; mit Albert Hall</a></strong></p>
<p>und <strong><a title="Artikel Jaipur Teil 2" href="http://ankeseye.wordpress.com/2010/01/11/jaipur-teil-2-mit-citypalast/" target="_blank">hier zu Jaipur Teil 2 &#8211; mit City Palace</a></strong></p>
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			<media:title type="html">Fassade des Palasts der Winde</media:title>
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			<media:title type="html">Strasse in der Altstadt von Jaipur</media:title>
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			<media:title type="html">Rikshas gibt es häufig im Strassenbild von Jaipur</media:title>
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			<media:title type="html">Mein Kleid aus Jaipur</media:title>
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			<media:title type="html">Kühe schauen gern mal in ein Schaufenster </media:title>
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			<media:title type="html">Bata im Restaurant vor den Toren Jaipurs</media:title>
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			<media:title type="html">Linsensuppe schmeckt am besten mit etwas frischem Koriander</media:title>
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		<title>Jaipur – Pink City – Teil 2 mit City-Palast</title>
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		<pubDate>Mon, 11 Jan 2010 22:46:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ankeseye</dc:creator>
				<category><![CDATA[Barefoot College]]></category>
		<category><![CDATA[Citypalast]]></category>
		<category><![CDATA[Elefant]]></category>
		<category><![CDATA[Jaipur]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Kunsthandwerk]]></category>

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		<description><![CDATA[Pracht und Armut – Nachbarn am City Palast    Nach der Albert Hall sind wir zum City Palast gefahren, dem Palast, in dem die vergangenen Maharadjas von Jaipur gewohnt haben und in dem noch heute ein Teil für die Residenz seiner Exzellenz vorbehalten ist. Der große Rest jedoch ist für touristische Besuche freigegeben und enthält [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ankeseye.wordpress.com&amp;blog=10729352&amp;post=435&amp;subd=ankeseye&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Pracht und Armut – Nachbarn am City Palast</h3>
<p> </p>
<div id="attachment_434" class="wp-caption alignleft" style="width: 235px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01824.jpg"><img class="size-medium wp-image-434" title="Das Eingangstor zum Citypalast" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01824.jpg?w=225&#038;h=300" alt="" width="225" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Das Eingangstor zum Citypalast</p></div>
<p> Nach der Albert Hall sind wir zum City Palast gefahren, dem Palast, in dem die vergangenen Maharadjas von Jaipur gewohnt haben und in dem noch heute ein Teil für die Residenz seiner Exzellenz vorbehalten ist.</p>
<p>Der große Rest jedoch ist für touristische Besuche freigegeben und enthält auch einige Sonderausstellungen in Gebäuden, die jeder für sich wie ein kleiner Palast aussehen.</p>
<p>Im Citypalast ist der Eintrittspreis noch etwas höher als in der Albert Hall – er liegt für Ausländer bei 300 Rupien (etwas mehr als 4 Euro), im Preis ist immerhin ein Audio Guide enthalten und einem Schlangenbeschwörer darf man unterwegs auch umsonst zusehen. Schlange stehen wiederum mußte man nicht und ein freundliches &#8222;bis bald&#8220; wurde mir von der Audioguide-Verteilerin auch noch hinterher geworfen.</p>
<p><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc018901.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-441" title="Rikshas auf dem Parkplatz vor dem Citypalast warten auf Kundschaft" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc018901.jpg?w=300&#038;h=225" alt="Rikshas auf dem Parkplatz vor dem Citypalast warten auf Kundschaft" width="300" height="225" /></a>Vor dem City Palast ist ein Parkplatz bzw. eine Stelle, auf der man bezahlt parken kann und Platz für ein Gefährt findet. Der Boden ist unbefestigt, uneben und an vielen Stellen mit Unrat bedeckt, Busse stehen dort genauso wie Rikshas, bettelnde Kinder in erbarmungswürdigem Zustand belagern die wenigen Touristen, die dort aus ihren Fahrzeugen steigen und am Rand liegen Obdachlose im Schatten und schlafen. Einen Parkplatzwärter gibt es jedoch trotzdem, er verlangt 50 Rupien worauf hin Bata einen entrüsteten Wortschwall auf Hindi äußert, der ganz offensichtlich blankes Entsetzen über diese Preise enthält. Dem Zustand des Parkplatzes angemessen scheint das Entgelt jedenfalls nicht. Der Palast ist jedoch prächtig in jeder Hinsicht, unvorstellbar, dass es nur wenige Meter vor der Tür so anders aussieht.</p>
<div id="attachment_436" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01826.jpg"><img class="size-medium wp-image-436" title="Im Inneren des Palastgeländes" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01826.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Im Inneren des Palastgeländes</p></div>
<p>Der Palast selbst wurde 1890 gebaut und besteht aus einem ganzen Komplex von Gebäuden, die durch ein Netz von Innenhöfen miteinander verbunden sind. Wikipedia schreibt, dass er „von hohen Mauern umschlossen zwischen schönen Gärten und stolzen Höfen“ steht – da war ich wohl einfach auf der falschen Seite, ich habe von beidem nichts gesehen.<span id="more-435"></span></p>
<h3>Zwei Mal Vierzehn Tausend Silbermünzen – für den Transport heiligen Wassers</h3>
<p> </p>
<p>Natürlich ist auch der gesamt Palastkomplex in rosarot gehalten, aber in Kontrast dazu stehen Gebäudeteile mit hellen Farben oder ist das dunklere rot mit weißen Ornamenten und Schmuckstreifen bemalt.</p>
<div id="attachment_431" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/silbergefaesse-citypalast.png"><img class="size-full wp-image-431" title="riesige Silbergefaesse im Citypalast" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/silbergefaesse-citypalast.png?w=500&#038;h=238" alt="" width="500" height="238" /></a><p class="wp-caption-text">riesige Silbergefaesse im Citypalast (mit meinem Spiegelbild) - links das Gebäude, in dem sie stehen</p></div>
<p>Als ein Highlight finden sich im Inneren zwei gigantische Silbergefäße, in denen einer der reisenden Maharadshas sich sein heiliges Wasser auf eine ferne Reise mitführte. Für jedes der Gefäße hat er dazu 14.000 Silbermünzen aus seiner Schatzkammer verarbeiten lassen.</p>
<h3>Alle Jahreszeiten in einem Hof – Pfauen, Blumen, Frauen und eine Rapunzelbalustrade</h3>
<div id="attachment_432" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/tuer-mit-pfau-im-citypalast.png"><img class="size-full wp-image-432" title="Tuer mit Pfau im Citypalast" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/tuer-mit-pfau-im-citypalast.png?w=500&#038;h=234" alt="" width="500" height="234" /></a><p class="wp-caption-text">messingbeschlagene Tuer mit Pfau im Citypalast</p></div>
<p>Einer der Höfe hat vier prächtige Türen – für jede Himmelsrichtung eine, die jede eine Jahreszeit verkörpern: Frühjahr, Sommer, Monsun und Winter. Das Dekor ist überwältigend schön.</p>
<div id="attachment_433" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/tuerdetails-citypalast.png"><img class="size-full wp-image-433" title="Tuerdetails Citypalast" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/tuerdetails-citypalast.png?w=500&#038;h=247" alt="" width="500" height="247" /></a><p class="wp-caption-text">Tuerdetails im Citypalast - mit Bata in der roten Weste</p></div>
<p>Es gibt Dekore aus glasierter Keramik in berückenden Blau- und Grüntönen, geradezu ägyptisch oder jugendstil-artig anmutende Blumendarstellungen, Details wie Pfauen oder Frauenfiguren, die den Blick fangen und eine ganze Weile nicht wieder loslassen. Die Türen selbst sind mit fein bearbeitetem Messing beschlagen und und wiederholen im Schmuckrand die Bogenlinien der Wandaussparungen. Ein sehr harmonisches Ganzes, das durch klaren Linien, Farben und Formen besticht.</p>
<div id="attachment_440" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/tuermchen-und-balkon-im-citypalast.png"><img class="size-full wp-image-440" title="Tuermchen und Balkon im Citypalast" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/tuermchen-und-balkon-im-citypalast.png?w=500&#038;h=238" alt="" width="500" height="238" /></a><p class="wp-caption-text">Tuermchen und Balkon im Citypalast - das ist der Ausblick der Herrscherfamilie</p></div>
<p style="text-align:center;"> </p>
<p>Dieser Hof war einfach am schönsten. Auch die Balkons nach innen waren reich gestaltet und griffen das Pfauendekor auf. An einer Hofseite gab es eine Balustrade mit kleinen Türmen und goldenen Spitzen dahinter, die schon richtig nach 1001 Nacht aussahen. Rapunzel könnte auch dort ihr Haar herunterlassen.</p>
<div id="attachment_437" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01839.jpg"><img class="size-medium wp-image-437" title="die Wohnung der Royals im Citypalast" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01839.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">die Wohnung der Royals im Citypalast</p></div>
<p>Direkt an diesem Hof liegt auch der Wohnbereich der herrschenden Familie.</p>
<p>An einer Wand in der Nähe hängt dann auch ein obligatorisches Familienfoto, das ein wenig schräg wirkt, da ein junger Prinz im Sweatshirt und auf Socken dort steht und auch sonst kaum jemand Schuhwerk anhat auf dem Bild. Ganz im Kontrast zur legeren Kleidung der Kinder steht die Aufmachung der Maharani, der Ehefrau des Herrschers. Nicht nur ihre Kleidung ist herrschaftlich sondern auch ihre Haltung.</p>
<h3>Ein Maharadja, der sich den Turban selbst bindet, ist schon halber Sozialist</h3>
<div id="attachment_438" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01877.jpg"><img class="size-medium wp-image-438" title="das Gebäude der herrschaftlichen Textiliensammlung" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01877.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">das Gebäude der herrschaftlichen Textiliensammlung</p></div>
<p>Im Inneren gibt es auch einige Bereiche, in denen Fotografieren nicht gestattet ist – u.a. in der Textilabteilung, die umwerfende Zeugnisse handwerklicher Meisterkunst darbietet.</p>
<p>Da lacht das Herz einer Textilkunstfreundin und das Fotoverbot tut schon recht weh. Das Gebäude selbst ist wie ein Palast im Palast, selbst das Wachpersonal sieht mit seinen roten Turbanen aus, wie aus einer alten Zeit entstiegen.</p>
<p>Im Audience-Saal stört mich das Fotografierverbot wenig, ich finde alle Paläste sehen mehr oder weniger gleich aus in dieser Art von Saal. Das Zurschaustellen von Protz für besondere Besuche hat mich noch nie begeistert. An den Wänden hängen immer Gemälde von Männern in Herrscherposen und mit Orden an der Brust, auf dem Boden liegen riesige Teppiche, irgendwo stehen prominent mit rotem Samt bezogene Sessel herum und von der Decke hängt ein gigantischer Kronleuchter – immer das gleiche mit wenig Variationen, auch wenn der hier hängende Kronleuchter der größte in Indien sein soll. Interessant ist ein Bild vom letzten Maharadja des unabhängigen Rajasthans. Nicht dass es anders aussieht als das allgemeine Herrscher Schema F aber in der Beschreibung des Bildes steht, dass er Wert darauf legte, sich nicht zu sehr abzuheben vom Volk, dass er den Stoff für seine Kleidung selbst färbte und auch seinen Turban selbst zu binden pflegte sowie darüber hinaus viele soziale Reformen einführte, die das Leben seiner Untertanen verbesserten. Er sei ein Freund seines Volkes und Wohltäter gewesen.</p>
<h3>Ein Hort von Elefanten oder was kostet die Freundschaft zum Palast?</h3>
<div id="attachment_442" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01875.jpg"><img class="size-medium wp-image-442" title="der Laden der &quot;Freunde des Palastes&quot;" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01875.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">der Laden der &quot;Freunde des Palastes&quot; - im Angebot: bildende und angewandte Kunst/ Kunsthandwerk</p></div>
<p>Bevor wir völlig fußlahm das Gelände wieder verlassen, wollen wir nur einen Blick in den mitten im Herz des Palastes gelegenen Geschäftes der „Freunde des Palastes“ werfen.</p>
<p>Dieser kleine Blick hat eine Stunde gedauert und  mich um etliche Rupien erleichtert. Schwach geworden bin ich zwar nicht bei den auch vorhandenen leicht Bollywood-artigen Malereien aber am Stand eines Malers, der auf über hundert Jahre alten Papieren, die einst staatliche Formulare mit großen Amtstempeln waren, kleine Bildminiaturen in berückender Qualität gemalt hat.</p>
<div id="attachment_427" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/elefanten.png"><img class="size-medium wp-image-427" title="Elefanten gibt es in Indien offenbar überall" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/elefanten.png?w=300&#038;h=137" alt="" width="300" height="137" /></a><p class="wp-caption-text">Elefanten gibt es in Indien offenbar überall</p></div>
<p>Die strahlenden Farben und der feine Strich seiner Figuren stehen in starkem Kontrast zum grünlich braunen Ton des alten Papiers, das an seinen Rändern schon beschädigt ist, manchmal sogar kleine Löcher aufweist und in den meisten Fällen sowohl vorn als auch hinten mit alter Schrift beschrieben ist. Diese Kombination ist umwerfend. Da er sehr viele dieser Bilder anzubieten hat und jedes ein Unikat und auf seine Weise schön ist, fällt mir die Entscheidung schwer – das wiederum zieht den Prozess „etwas“ in die Länge. Batas Geduld ist erstaunlich. Am Ende verlasse ich mit vier seiner Zeichnungen sowie den dazugehörigen Passe-partouts die „Freunde des Palastes“. Nicht weit davon entfernt stehen zwei Elefanten vor einem der Durchgangstore. Ich vermisse meinen Sohn – er ist ein großer Elefantenfan. In Indien müßte es ihm schon daher sehr gefallen, Elefanten gibt es hier in jeder Erscheinungsform, auch im Laden gab es Elefanten in jeder Form und Farbe.</p>
<p>Mehr lesen über Jaipur?</p>
<p>Hier gehts zum <strong><a title="Artikel Jaipur Teil 1" href="http://ankeseye.wordpress.com/2010/01/10/jaipur-teil1/" target="_blank">Artikel Jaipur &#8211; Teil 1 mit Albert Hall</a></strong></p>
<p>und hier zum <strong><a title="Artikel Jaipur Teil 3" href="http://ankeseye.wordpress.com/2010/01/16/jaipur-teil3/" target="_blank">Artikel Jaipur &#8211; Teil 3 mit Palast der Winde und einem Linsensuppenrezept</a></strong></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/ankeseye.wordpress.com/435/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/ankeseye.wordpress.com/435/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/ankeseye.wordpress.com/435/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/ankeseye.wordpress.com/435/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/ankeseye.wordpress.com/435/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/ankeseye.wordpress.com/435/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/ankeseye.wordpress.com/435/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/ankeseye.wordpress.com/435/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/ankeseye.wordpress.com/435/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/ankeseye.wordpress.com/435/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/ankeseye.wordpress.com/435/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/ankeseye.wordpress.com/435/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/ankeseye.wordpress.com/435/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/ankeseye.wordpress.com/435/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ankeseye.wordpress.com&amp;blog=10729352&amp;post=435&amp;subd=ankeseye&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" /><div class="sharedaddy sd-like-enabled"></div>]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">anked</media:title>
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		<media:content url="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01824.jpg?w=225" medium="image">
			<media:title type="html">Das Eingangstor zum Citypalast</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc018901.jpg?w=300" medium="image">
			<media:title type="html">Rikshas auf dem Parkplatz vor dem Citypalast warten auf Kundschaft</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01826.jpg?w=300" medium="image">
			<media:title type="html">Im Inneren des Palastgeländes</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/silbergefaesse-citypalast.png" medium="image">
			<media:title type="html">riesige Silbergefaesse im Citypalast</media:title>
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		<media:content url="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/tuer-mit-pfau-im-citypalast.png" medium="image">
			<media:title type="html">Tuer mit Pfau im Citypalast</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/tuerdetails-citypalast.png" medium="image">
			<media:title type="html">Tuerdetails Citypalast</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/tuermchen-und-balkon-im-citypalast.png" medium="image">
			<media:title type="html">Tuermchen und Balkon im Citypalast</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01839.jpg?w=300" medium="image">
			<media:title type="html">die Wohnung der Royals im Citypalast</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01877.jpg?w=300" medium="image">
			<media:title type="html">das Gebäude der herrschaftlichen Textiliensammlung</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01875.jpg?w=300" medium="image">
			<media:title type="html">der Laden der &#34;Freunde des Palastes&#34;</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/elefanten.png?w=300" medium="image">
			<media:title type="html">Elefanten gibt es in Indien offenbar überall</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Blog of the Week bei Mädchenmannschaft!</title>
		<link>http://ankeseye.wordpress.com/2010/01/11/blog-of-the-week/</link>
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		<pubDate>Mon, 11 Jan 2010 09:48:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ankeseye</dc:creator>
				<category><![CDATA[Barefoot College]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchenmannschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Einer meiner Lieblingsblogs &#8211; die Mädchenmannschaft - selbst ausgezeichnet als Bester Deutscher Blog 2008 (BOB Award) und Grimme Online Nominee, featured mich und diesen Blog als Bloggerin/Blog der Woche. Darüber freue ich mich riesig! Möge dieses Feature dazu beitragen, dass die vielfältigen Anregungen, die ich aus dem barefoot college in Indien mitgebracht habe, viele LeserInnen [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ankeseye.wordpress.com&amp;blog=10729352&amp;post=424&amp;subd=ankeseye&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Einer meiner Lieblingsblogs &#8211; die <a title="HP Mädchenmannschaft " href="http://www.maedchenmannschaft.net" target="_blank"><strong>Mädchenmannschaft</strong> </a>- selbst ausgezeichnet als Bester Deutscher Blog 2008 (BOB Award) und Grimme Online Nominee, <a title="Berichte aus der Barefoot School bei Mädchenmannschaft" href="http://maedchenmannschaft.net/berichte-aus-der-barefoot-school/" target="_blank"><strong>featured mich und diesen Blog</strong> </a>als Bloggerin/Blog der Woche. Darüber freue ich mich riesig! Möge dieses Feature dazu beitragen, dass die vielfältigen Anregungen, die ich aus dem barefoot college in Indien mitgebracht habe, viele LeserInnen finden.</p>
<p>Ich möchte mit diesem Blog schließlich nicht nur Aufmerksamkeit auch für Notstände in anderen Regionen dieser Welt &#8211; namentlich in Rajasthan, Indien, wecken sondern auch zeigen, was WIR von den anderen lernen können.</p>
<p>Neben schönen Fotos finden Leserinnen und Leser hier Informationen auch zu all den Bereichen, in denen  uns das barefoot college eine Menge vor macht:</p>
<ul>
<li>Ausbildung von Frauen in technischen  Berufen (Analphabetinnen werden Solaringenieurinnen!)</li>
<li> umweltschonendes Alltagsleben (100% Solarstrom, Regenwassergewinnung, Produktion von Kunsthandwerk aus recycelten Produkten u.a.)</li>
<li>Integration Behinderter</li>
<li>Überwindung von Benachteiligungen durch soziale Herkunft</li>
<li>Basisdemokratie im Alltag der Community aber auch in den Kinderparlamenten der Night Schools</li>
<li>Transparenz &#8211; über alle Entscheidungen, Einnahmen und Ausgaben, für jeden, jederzeit, auch rückwirkend (20 Jahre+)</li>
<li>Stärkung benachteiligter Gruppen durch Vernetzung (Night Schools Parlament, Frauengruppen, Frauentag mit 10.000 Teilnehmerinnen&#8230;)</li>
<li>Nutzung moderner Technologie in der Entwicklungshilfe (WLAN, Solartechnologie)</li>
</ul>
<p>Viele dieser Themen sind schon im Detail beschrieben, weitere kommen aber in der nächsten Zeit laufend dazu. Also am besten nach Stichwort suchen und ein Email-Abo für Updates bestellen <img src='http://s0.wp.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> . Stöbern ist natürlich auch erlaubt.</p>
<p>Viel Spaß beim Lesen und Schauen!</p>
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			<media:title type="html">anked</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Besuch in der Pink City Jaipur – Teil 1- mit Albert Hall</title>
		<link>http://ankeseye.wordpress.com/2010/01/10/jaipur-teil1/</link>
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		<pubDate>Sun, 10 Jan 2010 12:18:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ankeseye</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Albert Hall]]></category>
		<category><![CDATA[Jaipur]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Kunsthandwerk]]></category>
		<category><![CDATA[Pink City]]></category>

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		<description><![CDATA[Pink City Jaipur – das altrosa fällt von den Wänden Das Frühstück an meinem 9. Tag im barefoot college wird von einer sms von Bata unterbrochen –ich würde heute noch nach Jaipur fahren, sie kommt mit, Bunker hat das so für uns geplant! Ich dachte schon, ich sehe in meinen 11 Tagen Indien nur das [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ankeseye.wordpress.com&amp;blog=10729352&amp;post=390&amp;subd=ankeseye&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Pink City Jaipur – das altrosa fällt von den Wänden</h3>
<div id="attachment_409" class="wp-caption alignleft" style="width: 235px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01809.jpg"><img class="size-medium wp-image-409" title="in der Pink City blättert das altrosa von den Wänden" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01809.jpg?w=225&#038;h=300" alt="" width="225" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">in der Pink City blättert das altrosa von den Wänden</p></div>
<p>Das Frühstück an meinem 9. Tag im barefoot college wird von einer sms von Bata unterbrochen –ich würde heute noch nach Jaipur fahren, sie kommt mit, Bunker hat das so für uns geplant! Ich dachte schon, ich sehe in meinen 11 Tagen Indien nur das barefoot college – so schön es dort auch ist, ein Ausflug ist mir schon sehr recht!</p>
<p>Der Tag wird auf einmal ganz hektisch, ich wollte unbedingt noch 2 fertige Texte vor dem Aufbruch hochladen, aber mit den Bildern dauert das ja alles immer so seine Zeit.</p>
<p>Es wird halb elf bis wir aufbrechen, aber wir kommen gut durch und um 12:00 Uhr mittags kommen wir in der „Pink City“ genannten Stadt an. Ich weiß gar nicht, wer sich mehr freut, Bata oder ich. Auch für sie ist es eine willkommene Abwechslung. Die Stadt ist wunderschön, sie fasziniert aber macht trotzdem hier und da traurig. Auf jeden Fall ein krasser Gegensatz zum dörflichen Leben im barefoot college.</p>
<div id="attachment_408" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01813.jpg"><img class="size-medium wp-image-408 " title="In Jaipur sind manche Gebäude in bedauerlichem Zustand" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01813.jpg?w=300&#038;h=224" alt="" width="300" height="224" /></a><p class="wp-caption-text">In Jaipur sind manche Gebäude in bedauerlichem Zustand</p></div>
<p>Die ganze Altstadt ist ursprünglich in altrosa gestrichen worden.</p>
<p>Zum größten Teil ist die Farbe noch erhalten oder im Laufe der Jahre immer wieder in dem Ton nachgemalt worden.</p>
<p>Das „Pink“ im Nickname hat also seine Berechtigung, auch wenn altrosa viel besser passen würde und nicht so schrecklich nach Mädchenabteilung im Großkaufhaus klingt.</p>
<p>Inzwischen ist vom Pink oder altrosa jedoch auch schon viel abgeblättert, die Außenfassaden der meisten Häuser haben ihre schönste Zeit schon sehr lange hinter sich gelassen.<span id="more-390"></span></p>
<div id="attachment_406" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01811.jpg"><img class="size-medium wp-image-406" title="Innenstadt von Jaipur - Pink City" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01811.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Innenstadt von Jaipur - Pink City</p></div>
<p>Die Innenstadt macht auf mich einen eher verwahrlosten Eindruck.</p>
<p>Es liegt viel Abfall auf den Strassen, die Häuser sind marode, da fehlt auch schon mal ein Dach hier und da und der Putz fällt von den Wänden.</p>
<p>Dennoch ist der Charme der Architekturen erhalten – es ist eine schöne Stadt. Es ist jedoch voll überall, die Seitengassen sind eng, dort findet der Verkehr überwiegend auf verschiedenartigen Zweirädern statt. Autos könnten in manchen von ihnen gar nicht vorwärtskommen.</p>
<p>An den Straßenrändern stehen alle Arten Gemüse- oder Imbissstände, Buden mit allen möglichen Artikeln. Bettelnde Kinder laufen barfüßig durch den Müll. Dazwischen blitzt immer mal wieder die prächtige Fassade eines Palastes auf – immer in altrosa und in den meisten Fällen auch in etwas schönerem Zustand. </p>
<p>Für die zahlenhungrigen noch ein Paar Fakten: Jaipur (<a title="Wikipedia Artikel zu Jaipur" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jaipur" target="_blank">Wikipedia-Artikel </a>) hat zur Zeit 2,3 Millionen Einwohner, wächst aber stark. Die Gründung der Stadt ist noch nicht so lange her – für europäische Verhältnisse, sie fand am 17.11.1727 (ein stark sieben-lastiges Datum) statt.</p>
<div id="attachment_407" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01821.jpg"><img class="size-medium wp-image-407" title="eines der Palast-Gebäude in Jaipur" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01821.jpg?w=300&#038;h=224" alt="" width="300" height="224" /></a><p class="wp-caption-text">eines der Palast-Gebäude in Jaipur</p></div>
<h3>Die Albert Hall: Kunsthandwerk aus Rajasthan und dem Rest der Welt sowie ein U-Bahn-Drehkreuz aus London</h3>
<div id="attachment_402" class="wp-caption alignleft" style="width: 235px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01718.jpg"><img class="size-medium wp-image-402" title="die Albert Hall in Jaipur von außen" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01718.jpg?w=225&#038;h=300" alt="" width="225" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">die Seitenfassade der Albert Hall in Jaipur </p></div>
<p>Unser erstes Ziel ist die Albert Hall, ein palastartiges, freistehendes Gebäude, in dem sich ein Museum für Kunsthandwerk befindet.</p>
<p>Prinz Albert, der Mann der englischen Königin Victoria kam 1853 zu Besuch, ein Umstand, dem die Stadt heute nicht nur den Namen dieses Museums verdankt (es wurde allerdings erst mehr als 10 Jahre nach dem Besuch gebaut) sondern auch ihren rosaroten Anstrich.</p>
<p>So wie man das in Zeiten des Sozialismus bei hohem politischem Besuch in der Provinz kannte, wo auch alle Fassaden neu gestrichen wurden, hatte man seinerzeit die ganze Stadt mit der Farbe der Gastlichkeit (in Rajasthan= rosarot) angemalt, um Prinz Albert höchste Ehre zu erweisen.</p>
<div id="attachment_403" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01719.jpg"><img class="size-medium wp-image-403" title="Ein Innenhof der Albert Hall - mit Taubenschutznetz oben" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01719.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Ein Innenhof der Albert Hall - mit Taubenschutznetz oben</p></div>
<p>Bata ist peinlich berührt, als sie feststellt, dass ihr Eintritt nur 15 Rupien beträgt und für mich als Ausländerin 200 Rupien.</p>
<p>Das findet sie Wucher, es viel Geld im barefoot college, für eine Europäerin ist ein Eintritt von etwas mehr als drei Euro jedoch keine Katastrophe.</p>
<div id="attachment_394" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01804.jpg"><img class="size-medium wp-image-394" title="Tauben vor der Albert Hall" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01804.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Tauben vor der Albert Hall</p></div>
<p>Die Albert Hall ist nicht nur Haus für angewandte Künste sondern auch für viele Tauben.</p>
<p>Vor der Hauptfassade stehen Behälter mit Getreide, daraus wird offenbar regelmäßig Korn verstreut.</p>
<p>Zumindest gab es dort ganze „Körnerpfützen“ als ich dort war und mich über die Unmengen von Tauben wunderte, die sich dort niederließen und immer mal wieder eine Runde um das Gebäude drehten.</p>
<p>Um ihr Eindringen in das Museum zu verhindern, hingen grobmaschige Netze zwischen den Säuleneingängen.</p>
<div id="attachment_395" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/skulpturen-in-der-alberthall.png"><img class="size-full wp-image-395" title="Skulpturen in der Alberthall" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/skulpturen-in-der-alberthall.png?w=500&#038;h=186" alt="" width="500" height="186" /></a><p class="wp-caption-text">Skulpturen in der Alberthall</p></div>
<p>Innen gab es eine nach Künsten sortierte Sammlung von Kunsthandwerk – Plastiken, Möbel, Textilien, Keramik und anderes.</p>
<div id="attachment_396" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/textilkunst-in-der-alberthall.png"><img class="size-full wp-image-396" title="Textilkunst in der Alberthall" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/textilkunst-in-der-alberthall.png?w=500&#038;h=240" alt="" width="500" height="240" /></a><p class="wp-caption-text">Textilkunst in der Alberthall</p></div>
<p>Am schönsten fand ich natürlich die Textilien, wobei diese Sammlung relativ klein war, und die Ausstellung von Buchmalereien und Malereiminiaturen.</p>
<div id="attachment_398" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/gemalte-geschichten-in-der-alberthall.png"><img class="size-full wp-image-398" title="gemalte Geschichten in der Alberthall" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/gemalte-geschichten-in-der-alberthall.png?w=500&#038;h=197" alt="" width="500" height="197" /></a><p class="wp-caption-text">gemalte Geschichten in der Alberthall</p></div>
<p>Vieler dieser Bilder erzählen kleine Geschichten. Andere stellen wundersame Tiere dar.</p>
<div id="attachment_399" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/wundersame-tiere-in-alberthall.png"><img class="size-full wp-image-399" title="wundersame Tiere in Alberthall" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/wundersame-tiere-in-alberthall.png?w=500&#038;h=182" alt="" width="500" height="182" /></a><p class="wp-caption-text">auf Elefanten reitende Affen und merwürdige Meeresbewohner in der Alberthall</p></div>
<p>Wieder andere bilden schöne Frauen ab, wenig prüde und auch  in offensichtlich lesbischem Kontext (würde ich als Laiin jedenfalls so interpretieren) oder auch mal mit Totenköpfen an einer Halskette (das stellt wohl eine gruselige Göttin dar).</p>
<div id="attachment_400" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/schoene-frauen-in-der-alberthall.png"><img class="size-full wp-image-400" title="schoene Frauen in der Alberthall" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/schoene-frauen-in-der-alberthall.png?w=500&#038;h=213" alt="" width="500" height="213" /></a><p class="wp-caption-text">schoene und rätselhafte Frauen, Bilder in der Alberthall</p></div>
<p>Alle Bilder sind in jedem Fall farbliche Wunderwerke. Ich hätte stundenlang diese kleinformatigen Kunstwerke betrachten können (und am liebsten mit einem Ledertuch die Scheiben der Schutzkästen gewienert).</p>
<p>Kurz, die Exponate waren sehr schön und das Museum ist unbedingt einen Besuch wert, dennoch hat es  mir geradezu weh getan, in welch schlechter Pflege sie dort untergebracht waren. Arbeitskraft ist in Jaipur wie in ganz Indien grundsätzlich preiswert zu haben, die Armut ist hoch und vielerorts wird händeringend nach einer Erwerbstätigkeit gesucht. Warum es da nicht möglich sein soll, in der Hauptstadt Rajasthans in einem der bedeutendsten Museen der Stadt die Vitrinen regelmäßig säubern zu lassen, will mir nicht in den Sinn.</p>
<div id="attachment_401" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01797.jpg"><img class="size-medium wp-image-401" title="die Teppichausstellung in der Albert Hall" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01797.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">die Teppichausstellung in der Albert Hall</p></div>
<p>Einen besonders jammernswerten Anblick bot die Teppichabteilung, die ohnehin derart gut versteckt und schlecht ausgezeichnet war, dass wir mehrfach nach dem Weg fragen mussten und sich außer uns auch niemand weiter dorthin verirrte.</p>
<p>In dem dunklen Raum waren alle Teppiche hinter monströsen Kästen aus einer verglasten Holzkonstruktion verborgen, deren die Gläser derart schmutzig waren, dass man nur ahnen konnte, was dahinter verborgen war.</p>
<div id="attachment_392" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/fenster-in-alberthall.png"><img class="size-medium wp-image-392" title="Fenster und Reflexionen in der Albert Hall in Jaipur" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/fenster-in-alberthall.png?w=300&#038;h=160" alt="" width="300" height="160" /></a><p class="wp-caption-text">Fenster und Reflexionen in der Albert Hall in Jaipur</p></div>
<p>Das Gebäude selbst war jedoch in sehr guter Verfassung, es strahlte in neuer Farbe und wirkte selbst von außen wie ein Palast. Innen gab es kleine optische Überraschungen, wie kirchenartige Fenster, die witzige farbintensive Reflexionen auf die Innentreppen warfen &#8211; und auf alle Menschen, die die Treppe hoch- und runterliefen. Witzig ist auch der Eingang ins Museum selbst: die Ticketkontrolle im Inneren des Hauses steht neben einem originalen D rehkreuz aus der alten Londoner U-Bahn.</p>
<p style="text-align:center;">
<div id="attachment_391" class="wp-caption aligncenter" style="width: 235px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01721.jpg"><img class="size-medium wp-image-391 " title="U-Bahndrehkreuz in der Albert Hall in Jaipur" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01721.jpg?w=225&#038;h=300" alt="" width="225" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">U-Bahndrehkreuz in der Albert Hall in Jaipur</p></div>
<p>Mehr lesen über Jaipur?</p>
<p>Hier gehts zum <strong><a title="Artikel Jaipur Teil 2" href="http://ankeseye.wordpress.com/2010/01/11/jaipur-teil-2-mit-citypalast/" target="_blank">Artikel Jaipur &#8211; Teil 2 &#8211; mit City Palast</a></strong></p>
<p>und hier zum <strong><a title="Artikel Jaipur Teil 3" href="http://ankeseye.wordpress.com/2010/01/16/jaipur-teil3/" target="_blank">Artikel Jaipur &#8211; Teil 3 &#8211; mit Palast der Winde und einem Linsensuppenrezept</a></strong></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/ankeseye.wordpress.com/390/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/ankeseye.wordpress.com/390/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/ankeseye.wordpress.com/390/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/ankeseye.wordpress.com/390/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/ankeseye.wordpress.com/390/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/ankeseye.wordpress.com/390/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/ankeseye.wordpress.com/390/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/ankeseye.wordpress.com/390/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/ankeseye.wordpress.com/390/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/ankeseye.wordpress.com/390/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/ankeseye.wordpress.com/390/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/ankeseye.wordpress.com/390/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/ankeseye.wordpress.com/390/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/ankeseye.wordpress.com/390/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ankeseye.wordpress.com&amp;blog=10729352&amp;post=390&amp;subd=ankeseye&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" /><div class="sharedaddy sd-like-enabled"></div>]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">anked</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01809.jpg?w=225" medium="image">
			<media:title type="html">in der Pink City blättert das altrosa von den Wänden</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01813.jpg?w=300" medium="image">
			<media:title type="html">In Jaipur sind manche Gebäude in bedauerlichem Zustand</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01811.jpg?w=300" medium="image">
			<media:title type="html">Innenstadt von Jaipur - Pink City</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01821.jpg?w=300" medium="image">
			<media:title type="html">eines der Palast-Gebäude in Jaipur</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01718.jpg?w=225" medium="image">
			<media:title type="html">die Albert Hall in Jaipur von außen</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01719.jpg?w=300" medium="image">
			<media:title type="html">Ein Innenhof der Albert Hall - mit Taubenschutznetz oben</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01804.jpg?w=300" medium="image">
			<media:title type="html">Tauben vor der Albert Hall</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/skulpturen-in-der-alberthall.png" medium="image">
			<media:title type="html">Skulpturen in der Alberthall</media:title>
		</media:content>

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			<media:title type="html">Textilkunst in der Alberthall</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/gemalte-geschichten-in-der-alberthall.png" medium="image">
			<media:title type="html">gemalte Geschichten in der Alberthall</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/wundersame-tiere-in-alberthall.png" medium="image">
			<media:title type="html">wundersame Tiere in Alberthall</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/schoene-frauen-in-der-alberthall.png" medium="image">
			<media:title type="html">schoene Frauen in der Alberthall</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01797.jpg?w=300" medium="image">
			<media:title type="html">die Teppichausstellung in der Albert Hall</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/fenster-in-alberthall.png?w=300" medium="image">
			<media:title type="html">Fenster und Reflexionen in der Albert Hall in Jaipur</media:title>
		</media:content>

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			<media:title type="html">U-Bahndrehkreuz in der Albert Hall in Jaipur</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Ein Haufen Puppen, Simple Heroes und ein Riesensolarkocher auf dem Dach &#8211; mein Achter Tag</title>
		<link>http://ankeseye.wordpress.com/2010/01/09/achter-tag/</link>
		<comments>http://ankeseye.wordpress.com/2010/01/09/achter-tag/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 09 Jan 2010 18:03:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ankeseye</dc:creator>
				<category><![CDATA[Barefoot College]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnenschwestern]]></category>
		<category><![CDATA[Solar Sisters]]></category>
		<category><![CDATA[Solarkocher]]></category>
		<category><![CDATA[Essen]]></category>
		<category><![CDATA[Puppen]]></category>
		<category><![CDATA[Alltag]]></category>

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		<description><![CDATA[Community Radio fällt aus &#8211; dafür ein Spontanbesuch beim Puppenmacher Der Morgen meines achten Tages im barefoot college ist neblig und es ist lausekalt. Auf meinem Plan steht für heute ein Besuch im Community Radio, ich soll dazu jemanden in der Puppenmacher Werkstatt treffen. Dieser jemand, so stellt sich später heraus, ist heute gar nicht [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ankeseye.wordpress.com&amp;blog=10729352&amp;post=372&amp;subd=ankeseye&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Community Radio fällt aus &#8211; dafür ein Spontanbesuch beim Puppenmacher</h3>
<p>Der Morgen meines achten Tages im barefoot college ist neblig und es ist lausekalt. Auf meinem Plan steht für heute ein Besuch im Community Radio, ich soll dazu jemanden in der Puppenmacher Werkstatt treffen. Dieser jemand, so stellt sich später heraus, ist heute gar nicht da. Die Wartezeit habe ich jedoch sehr gut unterhalten damit verbracht, wieder dem Puppenmachen zuzuschauen – ich kann mich nicht satt sehen.</p>
<div id="attachment_373" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/maenner-und-frauenpuppen.png"><img class="size-medium wp-image-373" title="Maenner und Frauenpuppen" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/maenner-und-frauenpuppen.png?w=300&#038;h=134" alt="" width="300" height="134" /></a><p class="wp-caption-text">Maenner und Frauenpuppen bekommen Ohrringe</p></div>
<p>Diesmal liegen zwei Haufen Puppen vor dem Puppenmacher – ein Männerhaufen und ein Frauenhaufen. Nach und nach bekommen sie alle Ohrringe, auch die Männer.</p>
<div id="attachment_374" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01709.jpg"><img class="size-medium wp-image-374 " title="Eine Puppe bekommt Ohrringe" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01709.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Eine Puppe bekommt Ohrringe</p></div>
<p>Aus einer kleinen Schachtel werden sorgfältig verschiedene Ohrringe ausgesucht.</p>
<p>Alle sind nagelneu und noch an einem Stück Pappe befestigt.</p>
<p>Sie werden der Puppe angehalten und die am besten passenden ausgesucht.</p>
<p>Jede Puppe wird mit Sorgfalt verschönert.</p>
<h3>von Charge Controllern und Deep Cycle Batteries &#8211; ich werde Synchronsprecherin</h3>
<p>Bata erscheint in der Tür und ich werde wieder zu Bunker gerufen. In seinem Büro erfahre ich, dass ich die Tonspur des Films <strong><a title="Link YouTube Film African Solar Engineers" href="http://www.youtube.com/watch?v=4A450E1QZTY" target="_blank">„The Rural Women Solar Engineers of Africa“</a></strong> – zu den Solarsisters aus Afrika (von Bunker werden sie &#8222;simple heroes&#8220; genannt) auf deutsch und spanisch übersetzen und auch einspielen soll. Der Film steht bisher in beiden Sprachen noch nicht zur Verfügung. Ich sage ihm die deutsche Übersetzung bis zum Mittag zu, aber beim Spanischen ziere ich mich. Ich bin ganz gut in Spanisch, aber nicht gut genug, um einen Text mit Spezialvokabeln in kurzer Zeit zu übersetzen und dann auch noch zu sprechen. Das wäre für einen einmal Vortrag noch zu vertreten, aber nicht bei einer Freischaltung für die ganze Welt. Da ist mein Perfektionsanspruch dagegen.<span id="more-372"></span></p>
<div id="attachment_386" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01078.jpg"><img class="size-medium wp-image-386 " title="Mein Zimmer (Nr. Acht) im Gästehaus" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01078.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Mein Zimmer (Nr. Acht) im Gästehaus</p></div>
<p>Ich ziehe mich also gleich danach zurück, das Community Radio wird auf ein anderes Mal verschoben und ich übersetze den Text.</p>
<p>Es ist immer noch lausekalt, so kalt, dass ich die Schreiberei ins Bett verlege. Unter drei Decken ist es schön warm. Dumm nur, dass das Bett in der Mitte des Zimmers steht und schwer zu schieben ist. So fehlt eine Lehne für den Rücken, das Schreiben ist unbequem. Aber bis zum Mittag bin ich fertig, habe Vokabeln wie Charge Controller (=Laderegler), Invertor (Wechselrichter) und Deep Cycle Batterien (=tiefenentladungsresistente Batterien) gelernt. Der Text wird abgeliefert, das Aufzeichnen der Tonspur aber auf den nächsten Tag verschoben.</p>
<div id="attachment_375" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/montageanleitung.png"><img class="size-medium wp-image-375" title="Montageanleitung" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/montageanleitung.png?w=300&#038;h=171" alt="" width="300" height="171" /></a><p class="wp-caption-text">Montageanleitung von Wolfgang Scheffler und Team für Solarkocher - verständlich auch für Halbanalphabeten</p></div>
<p>Das Ausdrucken der Anleitungen für den Bau der Solarkocher (einschließlich der Teilelisten) funktioniert immerhin nach dem Versuch im 3. Büro reibungslos. Die Anleitungen haben Heike und Michael zusammen mit anderen in mehreren Monaten zusammengestellt. Sie sind stark visuell um auch für halb-Analphabeten verständlich zu sein. Sie arbeiten vor allem mit fotographischen Abbildungen, aus denen deutlich ersichtlich ist, was wohin zu bauen ist und wie.</p>
<div id="attachment_68" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2009/12/dsc00886.jpg"><img class="size-medium wp-image-68" title="Telefonhütte und mein WLAN Platz auf der Bank" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2009/12/dsc00886.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Telefonhütte und mein WLAN Platz auf der Bank</p></div>
<p>Gegen Mittag kommt endlich die Sonne wieder zum Vorschein.</p>
<p>Es wird schnell wunderbar warm – ich muss sofort raus ins Licht. Auf der Steinbank vor dem Telefonhäuschen sitze ich die nächsten Stunde in der Sonne und ahle mich. </p>
<p>Nebenbei schreibe ich am Blog. Der Bildschirm ist zwar kaum zu erkennen, aber in den Schatten kriegen mich keine zehn Pferde. Ich bin sonnenhungrig – nach nur einem Tag Abstinenz.</p>
<div id="attachment_376" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01935.jpg"><img class="size-medium wp-image-376" title="der Riesensolarkocher auf dem Dach der Messe" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01935.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">der Riesensolarkocher auf dem Dach der Messe - die Kochstelle befindet sich rechts in der Lukentür</p></div>
<p>Zum fünf-Uhr Tee laden mich Michael und Heike auf das Dach der Messe, wo ein Groß-Solarkocher steht.</p>
<p>Die Sonne ist zwar weitgehend verschwunden, so dass wir direkt vor dem Brennpunkt des großen Reflektors sitzen können, ohne gegrillt zu werden, aber von unten sind die Steine noch schön angewärmt.</p>
<p>Oben erreicht mich ein Anruf aus Paris, eine Korrespondentin der New York Times möchte mir mir sprechen – wir verabreden uns für das nächste Wochenende, wo ich wieder in Berlin sein werde.</p>
<div id="attachment_377" class="wp-caption alignleft" style="width: 235px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc00871.jpg"><img class="size-medium wp-image-377" title="mein Bad" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc00871.jpg?w=225&#038;h=300" alt="" width="225" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">mein Bad - der blaue Eimer ist zum Haarewaschen, nicht im Bild - ein kleines Waschbecken (mit Kaltwasser)</p></div>
<p>Das Haarewaschen am frühen Abend wird schon deutlich routinierter als beim letzten Mal.</p>
<p>Das Wasser ist in der Solaranlage sehr heiß geworden, ich muss es sogar mit kaltem Wasser strecken, um mich nicht zu verbrennen. Ich habe mir als Hilfswerkzeuge zwei leere Plastikflaschen besorgt, mit denen ich mir im Wechsel warmes Wasser über den Kopf gieße, um den Schaum aus den Haaren zu waschen. Das Ganze, wie gewohnt, mit dem Kopf über dem Eimer hängend, der auf der hüfthohen Fensterausbuchtung steht.</p>
<p>Das Wassersparen habe ich auch verinnerlicht – hier ist Wasser knapp, da muss man sich anders verhalten. Im Haarwaschwasser wasche ich anschließend noch Handwäsche – das geht sogar besonders gut, denn das Shampoo ist auch ein wunderbares Waschmittel. Anschließend wird das Wasser in den WC-Eimer gekippt, damit danach auch noch gespült werden kann. Aus eins mach drei – jedenfalls in der Nutzung von Wasser. Ich denke darüber nach, dass auch ohne akute Wasserknappheit Verschwendung von Wasser häufig und unnötig ist und ich künftig sorgsamer beim Wasserverbrauch sein möchte. Letztlich ist es ja doch ein großer Kreislauf…</p>
<p>Der Abend vergeht unspektakulär. Das Dinner wie immer in der Messe, zusammen mit den anderen, Teller waschen am Steinbecken.</p>
<div id="attachment_378" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/essen-und-geschirrwaschen.png"><img class="size-medium wp-image-378" title="Essen und Geschirrwaschen" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/essen-und-geschirrwaschen.png?w=300&#038;h=120" alt="" width="300" height="120" /></a><p class="wp-caption-text">Essen und Geschirrwaschen - wenn diese Hähne Wasser haben (das ist nicht immer der Fall), muss man nicht an die Pumpe</p></div>
<p>Mein Versuch, die nach dem Essen noch schnell geschriebenen Texte auch ins Netz hochzuladen, schlägt leider fehl. Die Telefonhütte ist zwar noch besetzt aber leider ist das Internet ausgefallen, warum weiß niemand. Also ziehe ich wieder ab und schreibe stattdessen noch einen Text. Mein achter Tag in Tilonia geht zu Ende.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/ankeseye.wordpress.com/372/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/ankeseye.wordpress.com/372/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/ankeseye.wordpress.com/372/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/ankeseye.wordpress.com/372/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/ankeseye.wordpress.com/372/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/ankeseye.wordpress.com/372/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/ankeseye.wordpress.com/372/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/ankeseye.wordpress.com/372/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/ankeseye.wordpress.com/372/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/ankeseye.wordpress.com/372/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/ankeseye.wordpress.com/372/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/ankeseye.wordpress.com/372/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/ankeseye.wordpress.com/372/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/ankeseye.wordpress.com/372/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ankeseye.wordpress.com&amp;blog=10729352&amp;post=372&amp;subd=ankeseye&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" /><div class="sharedaddy sd-like-enabled"></div>]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">Maenner und Frauenpuppen</media:title>
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			<media:title type="html">Eine Puppe bekommt Ohrringe</media:title>
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			<media:title type="html">Telefonhütte und mein WLAN Platz auf der Bank</media:title>
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			<media:title type="html">mein Bad</media:title>
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			<media:title type="html">Essen und Geschirrwaschen</media:title>
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	</item>
		<item>
		<title>Vorschau für nächste Texte: Jaipur, Premierministerin, Nachtschule, eine Schreckensfahrt und Neu Delhi</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Jan 2010 17:02:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ankeseye</dc:creator>
				<category><![CDATA[Barefoot College]]></category>
		<category><![CDATA[Reisevorbereitung]]></category>
		<category><![CDATA[Vorschau]]></category>

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		<description><![CDATA[Dies ist mal ein eher ungewöhnlicher Text in diesem Blog &#8211; er kündigt an, was noch so an Texten folgt, damit sich die Netzgemeinde nicht über 3-4 Tage fehlende Updates wundert&#8230; Die letzten Tage waren vollgepackt bis an den Rand und teilweise auch von adhoc Planungen bestimmt, so dass ich partout keine Gelegenheit hatte a) [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ankeseye.wordpress.com&amp;blog=10729352&amp;post=367&amp;subd=ankeseye&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dies ist mal ein eher ungewöhnlicher Text in diesem Blog &#8211; er kündigt an, was noch so an Texten folgt, damit sich die Netzgemeinde nicht über 3-4 Tage fehlende Updates wundert&#8230;</p>
<p>Die letzten Tage waren vollgepackt bis an den Rand und teilweise auch von adhoc Planungen bestimmt, so dass ich partout keine Gelegenheit hatte a) ans Internet (= in das Telefonhäuschen) zu kommen und b) über einen der Hausrechner meine Fotos von der Sony-Karte auf einen USB-Stick und von dort auf meinen Rechner zu laden. Mein Multikartenlesegerät hatte nämlich mitten in der Reise seinen Geist aufgegeben. Dankeschön. Das hätte es auch mal zu hause tun können, da gibts ein Ersatzgerät. Aber so sind die Dinger. Denken an gar nix.</p>
<p>Aber hier soll ja die Vorschau hin&#8230;Voilá:</p>
<p><strong>Meine Blogthemen für den achten Tag:</strong></p>
<p>an meinem achten Tag wird noch einmal ein <strong>Puppenmacher</strong> besucht, es gibt einen überraschenden Auftrag von Bunker Roy &#8211; die <strong>Synchronisation eines YouTube Films</strong> über die Solar Sisters, ein <strong>Riesensolarkocher</strong> auf einem Dach begutachtet und wiedermal im Eimer die Haare gewaschen.</p>
<p><strong>NACHTRAG:</strong> dieser Artikel ist geschrieben &#8211; man kann ihn <a title="Artikel der achte Tag" href="http://ankeseye.wordpress.com/2010/01/09/achter-tag/" target="_blank"><strong>hier</strong> </a>als Achten Tag lesen.</p>
<p><strong>Meine Blogthemen für den neunten Tag:</strong></p>
<p>an meinem neunten Tag gibts eine Spontanreise nach <strong>Jaipur</strong> zu beschreiben &#8211; der ehemaligen Hauptstadt des Königreiches Rajasthan, das sich erst 1949 dem Bundesstaat Indien anschloß. Die Stadt nennt man Pink City &#8211; wie zu lesen sein wird, nicht ganz zu unrecht. Dort habe ich die Albert Hall und den City Palast angeschaut und anschließend ein paar Marktstrassen durchstöbert auf der Suche nach regionalen Errungenschaften (die gab es natürlich). In Jaipur gab es dann auch den <strong>Geldsuper-Gau</strong> mit dem Totalversagen beider vorhandener Kreditkarten, am Ende doch noch ein leckeres Essen und eine späte Heimkehr.</p>
<p><strong>NACHTRAG:</strong> Der neunte Tag findet sich in drei Artikeln wieder:</p>
<p><strong><a title="Artikel Jaipur Teil 1" href="http://ankeseye.wordpress.com/2010/01/10/jaipur-teil1/" target="_blank">Jaipur Teil 1 &#8211; mit Albert Hall</a></strong></p>
<p><strong><a title="Jaipur Teil 2 City Palast" href="http://ankeseye.wordpress.com/2010/01/11/jaipur-teil-2-mit-citypalast/" target="_blank">Jaipur &#8211; Pink City-  Teil 2 &#8211; mit City Palast</a></strong></p>
<p><strong><a title="Artikel Jaipur Teil 3" href="http://ankeseye.wordpress.com/2010/01/16/jaipur-teil3/" target="_blank">Jaipur Teil 3 &#8211; mit Palast der Winde und einem Rezept für Linsensuppe</a></strong></p>
<p><strong>Meine Blogthemen für den zehnten Tag:</strong></p>
<p>Der zehnte Tag begann wie schon der neunte mit einer Adhoc Nachricht &#8211; die Abreise nach Neu Delhi soll schon am gleichen Tag erfolgen, statt am folgenden. Das zeitigt einige Veränderungen in der Tagesplanung, etliches wird gestrichen, das Packen vorgezogen, ein <strong>Interview mit dem Urgestein</strong> des barefoot college &#8211; <strong>Vasu</strong> &#8211; geführt, den Synchrontext eingespielt, im campus <strong>Shop</strong> eingekauft (das war der größte Akt des ganzen Vormittages). Am Nachmittag und Abend ein Höhepunkt: Besuch der amtierenden <strong>Premierministerin des Kinderparlamentes der Nachtschulen</strong> in Rajastan auf ihrer Ziegenweide, auf ihrem Hof im Dorf Kotari und abends in der Nachtschule &#8211; die in einigen Dingen anders war, als die erste. Kurzer Abstecher in die Aussenstelle des barefoot campus dort in der Nähe.</p>
<p><strong>NACHTRAG</strong> - inzwischen veröffentlicht:</p>
<p><strong><a title="Artikel Demokratie im barefoot college" href="http://ankeseye.wordpress.com/2010/01/17/demokratieunterricht/" target="_blank">Artikel zur Demokratie im barefoot college</a></strong> &#8211; nach Interview mit Vasu</p>
<p><strong>Meine Blogthemen für den elften Tag:</strong></p>
<p>Mein zehnter Tag ging dann relativ nahtlos in den elften Tag über - es wird einen Text geben zu meiner <strong>Nachtfahrt von Tilonia nach Neu Delhi</strong>, die von allerlei Kathastrophen geprägt war und daher doppelt so lange dauerte aber mit einer glücklichen Ankunft in N.D. endete (wenn auch erst um 6:30 Uhr früh des Folgetages).</p>
<p>Dieser Folgetag ist heute &#8211; der 7. Januar und mein letzter Tag in Indien. Ich habe ihn teils schlafend teils einkaufend (oh, Dili Haat!!!) und teils in der Wohnung von Bunker Roy verbracht (da gibts auch WLANT). Ich werde alle die angekündigten Texte erst im <strong>Flieger</strong> und zuhause schreiben können, die geneigten Leser werden daher um etwas Geduld gebeten. Dann gibts auch wieder Bilder. Morgen in aller Frühe fahre ich zum Flughafen und hoffe, dass mein Flug nicht gecancelt wird &#8211; heute morgen sollen viele Flüge ausgefallen sein. Morgen abend lande ich in Berlin &#8211; auch hier die Hoffnung, dass mein Flug nicht gecancelt wird, es gibt eine Unwetterwarnung wegen 20 cm Neuschnee in Berlin &#8211; natürlich zur Landezeit.</p>
<p><strong>Wie es später hier weitergeht:</strong></p>
<p>Natürlich ist dieser Blog nach meiner Rückreise nicht beendet, es gibt noch sehr viele Themen, für die ich Material habe und die ich in den nächsten Tagen und Wochen schreiben werde. Darunter einen Bericht über <strong>soziodemographische Themen</strong> im Campus, wie <strong>Demokratie im barefoot college</strong> gelebt wird, die <strong>Schaffung von Green Jobs</strong> durch das barefoot college und viele andere spannende Sachen.</p>
<p>Das also als Vorschau, bitte neugierig bleiben und immer mal Reinschauen, vielleicht kann ich ja schon Morgen abend in Berlin Neues hochladen.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Was würde Gandhi zum barefoot Ansatz sagen? Interview mit Bunker Roy und einem Zeitzeugen</title>
		<link>http://ankeseye.wordpress.com/2010/01/05/gandhi-zeitzeuge/</link>
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		<pubDate>Tue, 05 Jan 2010 16:54:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ankeseye</dc:creator>
				<category><![CDATA[Barefoot College]]></category>
		<category><![CDATA[Bunker Roy]]></category>
		<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Ajit Bhattcharya]]></category>
		<category><![CDATA[Gandhi]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
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		<description><![CDATA[Eine junge Italienerin und ein 86 jähriger Journalist kommen ins Gespräch Gegen 20 Uhr begebe ich mich mit Bata in Arunas Büro, wo das Interview mit Ajit Bhattcharya stattfinden soll. Dieser Mann ist 86 Jahre alt, klein von Statur aber mit lebendigen und wachen Augen ausgestattet. In Indien ist er eine Koryphäe in der Journalistik, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ankeseye.wordpress.com&amp;blog=10729352&amp;post=352&amp;subd=ankeseye&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Eine junge Italienerin und ein 86 jähriger Journalist kommen ins Gespräch</h3>
<div id="attachment_357" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01694.jpg"><img class="size-medium wp-image-357" title="Italienerin im Gespräch mit Ajit Bhattcharya " src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01694.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Italienerin im Gespräch mit Ajit Bhattcharya </p></div>
<p>Gegen 20 Uhr begebe ich mich mit Bata in Arunas Büro, wo das Interview mit Ajit Bhattcharya stattfinden soll.</p>
<p>Dieser Mann ist 86 Jahre alt, klein von Statur aber mit lebendigen und wachen Augen ausgestattet. In Indien ist er eine Koryphäe in der Journalistik, war lange Herausgeber der Hindustan Times und kämpfte an der Seite von Aruna für die Verabschiedung des Gesetzes zur Informationsfreiheit.</p>
<p>Eine junge Italienerin und ihre Eltern wollen mit ihm ein Interview aufnehmen, in dessen Mittelpunkt seine Erfahrungen mit Gandhi stehen sollen. Auch Bata wird das Gespräch aufzeichnen, so dass gleich zwei Kameras auf den betagten Herrn gerichtet sind.</p>
<div id="attachment_356" class="wp-caption alignright" style="width: 235px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01689.jpg"><img class="size-medium wp-image-356" title="Ajit Bhattcharya und ein Bild von Courbet" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01689.jpg?w=225&#038;h=300" alt="" width="225" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Ajit Bhattcharya und ein Bild von Courbet</p></div>
<p>Er sitzt auf einem Bett, hinter ihm ein Bild von Courbet, auf dem ein Männerkopf mit geradezu stechendem Blick abgebildet ist, und einen eigenwilligen Kontrast zu dem sanftmütigen Greis bildet.</p>
<p>Als Ajit Bhattcharya im Vorgespräch hört, dass er auch einen Zusammenhang zwischen Leben und Denken von Gandhi zum barefoot college herstellen soll, besteht er darauf, dass Bunker dazu geholt wird und so sitzen bald beide Männer auf dem Bett und es kann los gehen.</p>
<p>Es war sehr spannend den Geschichten über Aufruhr im Land zuzuhören, die Ajit Bhattcharya über die vierziger Jahre erzählt – da, wo er Gandhi das erste Mal direkt und persönlich erlebt hat. Einen Teil des Gesprächs habe ich aufgezeichnet (als dritte Kamera im Raum). Wenn ich wieder in Deutschland bin, und an einem schnellen Netz hänge, werde ich es über einen YouTube Link im Blog verlinken.<span id="more-352"></span></p>
<div id="attachment_355" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01695.jpg"><img class="size-full wp-image-355" title="Ajit Bhattcharya (mitte), Bunker Roy (vorn) im Interview" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01695.jpg?w=500&#038;h=375" alt="" width="500" height="375" /></a><p class="wp-caption-text">Ajit Bhattcharya (mitte), Bunker Roy (vorn) im Interview</p></div>
<h3>Gandhi und…Gewaltlosigkeit, Technologiefeindlichkeit, Gleichberechtigung und Kastenwesen</h3>
<p>Das Interview drehte sich unter anderem um den Aspekt der Gewaltlosigkeit von Gandhi, deren Erfolg der alte Journalist in Frage stellt. Er führt ins Feld, dass die Anhängerschaft Gandhis bereits abnahm und die Engländer aufgrund des vergangenen Krieges sich vermutlich sowieso aus Indien zurückgezogen hätten. Grundsätzlich identifiziere er sich selbstverständlich mit diesem Ansatz aber nicht als Absolutistischen Grundsatz unter allen Umständen also, wie Gandhi dies tat.</p>
<p>Diskutiert wurde auch die Einstellung Gandhis zur Technologie, da es offenbar den Vorwurf gibt, Gandhi wäre technologiefeindlich.</p>
<div id="attachment_353" class="wp-caption aligncenter" style="width: 235px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01699.jpg"><img class="size-medium wp-image-353" title="Ajit Bhattcharya" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01699.jpg?w=225&#038;h=300" alt="" width="225" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Ajit Bhattcharya, Herausgeber a.D. der Hindus Times</p></div>
<p>Ajit Bhattcharya stellt klar, dass es Gandhi niemals um eine Verteufelung der Technik ging sondern darum, sie im Interesse der Menschen einzusetzen. Dazu gehöre für ihn aber in erster Linie auch, sie nicht für die Eliminierung von Arbeitsplätze einzusetzen. In Indien leben viele Millionen Menschen, man kann daher nicht Produkte immer noch billiger herstellen, nur um die Profite einzelner zu steigern, die Löhne weniger zu erhöhen, aber Massen durch Arbeitslosigkeit in Armut und Elend zu stürzen. Wann immer Technik das Leben der Menschen erleichtert, ihnen Zugänge verschafft, die ihnen vorher verschlossen waren oder neue Arbeitsplätze schafft, immer dann war Gandhi ein Freund der Technik.</p>
<p>Deshalb, so schloss der Journalist, wäre er ganz sicher auch ein Freund des barefoot Ansatzes geworden, denn genau das ist der Kern des barefoot college: Arbeitsplätze erhalten, neue Arbeitsplätze schaffen und Chancen eröffnen – alles dies unter anderem durch den Einsatz von Solartechnologien oder Regenauffanganlagen. In diesem Punkt sind sich Bunker Roy und Ajit Bhattcharya einig.</p>
<p>Es herrscht auch Konsens bei beiden als es darum ging, Gandhis Einstellung zur Gleichberechtigung zu bewerten und damit Rückschlüsse auf seine hypothetische Bewertung des barefoot Ansatzes zu ermöglichen. Nun mag diese Art von Rückschluss schon sehr an den Haaren herbeigezogen sein, da Gandhi seit nunmehr über 60 Jahren tot ist, aber dennoch ist es interessant zu erfahren, dass Gandhi schon vor so langer Zeit die Gleichberechtigung von Mann und Frau gefordert hat.</p>
<p>Im Gespräch geht es zuletzt noch um das heiße Eisen Kastenwesen. Beide Männer sprechen nicht von der Abschaffung der Kasten, da sie beide für prägende Bestandteile der indischen Kultur und bedeutsam für die Identifikation einzelner Individuen halten. Aber sie sehen ein zwar noch entferntes aber erstrebenswertes Ziel darin, alle negativen Auswirkungen der Kastenzuordnung zu überwinden.</p>
<div id="attachment_354" class="wp-caption alignright" style="width: 234px"><a href="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01697.jpg"><img class="size-medium wp-image-354" title="Bunker Roy während des Interviews" src="http://ankeseye.files.wordpress.com/2010/01/dsc01697.jpg?w=224&#038;h=300" alt="" width="224" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Bunker Roy während des Interviews</p></div>
<p>Das barefoot college, so Bunker Roy, sei ein erfolgreiches Beispiel dafür, dass dies auch in einer dörflichen Gemeinschaft gelingen kann, die gemeinhin für rückständiger und damit auch Kasten-orientierter gehalten wird. Hier im Campus hätte er noch keinen einzigen Fall erlebt, bei dem Unberührbare oder andere Angehörige niedriger Kasten ein Problem deshalb bekommen hätten. Kasten spielen hier keine Rolle in der Bewertung von Menschen oder der Entwicklung von Beziehungen zu einander. Mit diesem gelebten Rollenmodell möchte Bunker Roy auch nach außen zeigen, dass ein Leben ohne Kastenbenachteiligung möglich ist.</p>
<p>Nach gut einer Stunde ist das Interview im Kasten, werden die Kameras abgebaut und wird auch aller Orten gegähnt. Auch ich bin müde und ziehe mich zurück. Ein wenig schreibe ich noch und damit geht mein siebter Tag in Tilonie zu Ende.</p>
<p>Wer sich v.a. für Geschichtliches interessiert, dem empfehle ich folgende Lektüre:</p>
<p><strong><a title="Artikel Frauenpower" href="http://ankeseye.wordpress.com/2010/01/03/frauenpower-rajasthan/" target="_blank">Artikel Frauenpower in Rajasthan &#8211; eine mächtige Frauenbewegung entsteht &#8211; von unten</a></strong></p>
<p><strong><a title="Artikel bahnbrechende Gesetze" href="http://ankeseye.wordpress.com/2010/01/03/bahnbrechende-gesetze/" target="_blank">Artikel Bahnbrechende Gesetze gegen Korruption und für das Recht auf Arbeit</a></strong></p>
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			<media:title type="html">Ajit Bhattcharya (mitte), Bunker Roy (vorn) im Interview</media:title>
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			<media:title type="html">Ajit Bhattcharya</media:title>
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