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Posts Tagged ‘Craft Shop’

An meinem letzten Tag in Tilonia muss ich natürlich unbedingt noch einen Großeinkauf im Craft Shop erledigen.

im Ladeninneren

Ich rechne mit einer halben Stunde aber bin 1,5 Stunden damit beschäftigt – einen Großteil der Zeit nimmt allerdings schon das Schreiben der Quittungen und die Bezahlungsregelung in Anspruch.

Das Problem: ich habe keine Rupien und keine Dollars, nur noch Euro und eine Kreditkarte. Beides sind hier keine akzeptierten Zahlungsmittel. Am Ende lande ich bei Bunker Roy, der pragmatisch entscheidet, dass ich einen Teil mit Euro bezahle und den Rest auf Rechnung kaufen kann und das Geld später überweise. Jede Quittung wird langsam und ausführlich geschrieben, dazu mein Name und eine Telefonnummer, die Adresse – für alle Fälle. Dann werden alle Quittungen noch einmal neu geschrieben, weil ein Teil meiner Einkäufe per Paket hinterhergeschickt wird. Das Porto festzustellen, ist nicht so einfach – aber wichtig, denn davon hängt auch ab, wieviel Gepäck ich mir bei der Reise zumute.

Kissen…Kissen…Kissen

drei Kissen - das rote in der Mitte gibt es jetzt auch bei mir zuhause

Waren werden gewogen, ein Assistent wandert zur Poststelle, kommt nach einer gefühlten Ewigkeit zurück mit einer Tabelle voller kleiner Zahlen – Gewichten und Versandarten und all ihren möglichen Kombinationen. Der Shop-Buchhalter muss viel rechnen – der Gegenwert der Euros in Rupien und die Restsumme erst in Rupien und dann wiederum in Euro– ich stehe daneben und sitze innerlich auf Kohlen.

drei Tierkissen - farbenfrohe Applikationen mit Stickerei

Nebenbei denke ich darüber nach, wie ich meine Einkäufe nach Deutschland bekomme – ich möchte so viel wie möglich mitnehmen, aber das wird eine logistische Herausforderung. Am Ende lasse ich nur eine dünne Steppdecke für den Versand, der Rest wird irgendwie verstaut. Vor dem Bezahlen kam jedoch die Qual der Wahl. Es ist furchtbar schwer, sich zwischen all den schönen Kunsthandwerken zu entscheiden, vor allem, wenn man auf Stickereien steht. Ich habe immer wieder Kissen nebeneinander auf die Erde gelegt (siehe die Bilder weiter oben).

Immer wieder stehe ich vor Entscheidungen, wie diese: soll ich diese Kissen nehmen, nur in Blautönen:

drei blaue Kissen - in typischer Tilonia Ornamentik (Applikationen)

Oder doch lieber jene – gemischt mit rot und grün?

drei Kissen in gemischten Farben

Decken, Vorhänge und Wandbehänge habe ich immer wieder auf der Erde ausgebreitet, bewundert und überwiegend wieder zusammengefaltet und weggelegt, man kann nicht alles haben, was man schön findet. Ich überlege im Geist, wen ich alles in Deutschland beglücken kann mit tilonischen Mitbringseln und so entsteht langsam ein Stapel in der Ecke des Ladens mit wunderschönen Textilien.

Einfache Handwerkstechniken mit großer ästhetischer Wirkung

weiße Decke in Chirni-Applikationstechnik

Eine gigantisch große weisse Decke gehört zu den auserwählten Stücken. Sie besteht aus zwei Schichten Stoff, einer sehr transparenten unteren Schicht – einer Art feinstem Batist – und einer oberen Schicht aus dünner aber blickdichter Baumwolle. In der oberen Schicht wurde der Stoff eingeschlitzt, die Ränder der Schlitze nach innen gefaltet und anschließend mit der Hand festgenäht. So entsteht ein Muster aus mehr oder weniger transparenten Flächen – eine typische Technik in Rajasthan, genannt Chirni, die sehr graphisch und sehr edel wirkt. Meine Decke ziert inzwischen das Bett in Deutschland, sie ist so groß, dass sie auch bei einer Bettbreite von 1,60 Meter rechts und links bis auf den Boden hängt.

farbenprächtige Wandbehaenge - im Haathi Ghoda Stil

Die wunderschönen farbigen Exemplare mussten erst einmal in Tilonia bleiben. Ich konnte sie zwar endlos bewundern, aber in meine Wohnung passen sie dennoch nicht so gut hinein. Ich lief durch den Laden wie durch ein Kunsthandwerkmuseum. Ist die weiße Decke eher von graphischen Mustern bestimmt, so sind die farbigen Wandbehänge mit einer typischen Ikonographie gestaltet, in der immer wieder ähnliche Figuren auftauchen. Diese traditionellen Darstellungen nennt man Haathi-Ghoda. Sie enthalten Palmen, Menschen, Vögel, Katzen, Kamele und immer wieder Elefanten…alles stark stilisiert und fast ornamental gestaltet, aber sehr stark in der Wirkung.

Den Lebensbaum von Tilonia trifft man im barefoot college überall

Kissen und ein Wandbehang mit dem Lebensbaum-Motiv als Applikation

Das häufigste Motiv in Tilonia ist jedoch ein Lebensbaum. Das Design hat Batas Mutter entworfen – es findet sich auf Kissen und auf Wandbehängen und in verschiedenen Farbkombinationen. In der Variante „Großer Baum“ fliegen Vögel über der Baumkrone und versammeln sich Menschen und Tiere um seinen Stamm. Auffällig sind die großen Wurzeln – ganz untypisch für ein hiesiges Baumbild – sind sie offenbar Symbol für Verwurzelung auf der einen Seite und die Verbindung zur Mutter-Erde (und damit zum kostbaren Grundwasser) auf der anderen Seite. Es sind Versionen dieses großen Baum-Wandbehanges, die man an vielen Stellen im barefoot college findet, ja sogar in der Wohnung von Bunker Roy in New Delhi. Es ist gewissermaßen zum Wahrzeichen des barefoot college geworden.

bestickter Lederhocker und Steck-Stuhl mit verzierter Lehne aus Leder

Neben etlichen Kissenbezügen erwerbe ich auch zwei große und zwei kleine Klappstühle – genaugenommen Steckstühle, da sie sich mit einem leichten Handgriff in zwei Teile zerlegen und zusammenstecken lassen.  Dann sind diese urgemütlichen Lümmel-Sessel-Hocker nur noch ein kompaktes Paket von wenigen Zentimetern Dicke. Sehr praktisch – sowas kann ich gut brauchen. Das Grundmodell dieser Stühle stammt aus Saharanpur in Uttar Pradesh – in Tilonia wurde das Design vervollkommnet. Die Rückenlehnen der Tiloniavariante sind aus dickem Leder, das entweder nur mit Lederschnüren und kleinen Löchern verziert ist, oder sehr aufwändig mit Wollfäden bestickt. Beide Varianten sind äußerst haltbar und hinreißend schön. Einen Fernseher habe ich schon seit 10 Jahren nicht mehr, bei uns werden Filme auf DVD und damit am Laptop geschaut. Dafür gibt es im Wohnzimmer eine Lümmelecke – genau dort stehen jetzt die Tilonia Sessel, gemütlicher kann man kaum Filme sehen. Auf dem Bild ist auch ein Hocker – an ihm kann man die Wollstickerei gut erkennen.

Tota heißt Papagei – Das Symbol Indiens ist auch Helfer für den Gott der Lust und Liebe

Totaketten - in allen Längen und Farben - aber immer mit einem Glöckchen am Ende

Last but noch least, muss ich natürlich auch ein paar Totas mitnehmen – die hängen ebenfalls überall herum, an Feiertagen sogar in den Bäumen. Ich suche mir einige lange und kurze Totaketten aber auch kleine Totaanhänger, die ich später in Deutschland an meine Freunde verschenke. Totas sind symbolische Vögel – das Wort steht in Hindi für Papagei.

Kamadeva - Gott der Liebe und der Lust - mit Zuckerrohrbogen und Blütenpfeilen, begleitet vom Pagageien (=Tota)

Totas – Vogelsymbole – sind in der Kunst und im Kunsthandwerk Indiens sehr häufig, sie symbolisieren daher häufig das Land selbst. Der Papagei ist jedoch auch das Tier der Gottheit für Liebe und Verlangen – Kamadeva (Quelle: TOTA Design ).

Ähnlich unserem Liebesgott Amor wird Kamadeva als schöner Jüngling mit Pfeil und Bogen dargestellt, nur dass bei Kamadeva der Bogen aus Zuckerrohr besteht und die fünf Pfeile mit je einer Blüte geschmückt sind, darunter die Blüten von Jasmin, Mango und Lotus.

Betörender kann man wohl kaum einen Liebespfeil abschießen…

So vergingen also munter 1,5 Stunden im Kunsthandwerkladen des barefoot college und inzwischen erfreue ich mich täglich an diesen schönen Erinnerungen. An jenem Tag hatte ich jedoch keine Ruhe – die Uhrenzeiger rasten, ich musste unbedingt noch die deutsche Tonspur für den solarsister Film „Simple Heroes“ aufnehmen. Mohan – der Chef von Bata, war nach kurzer Suche ausfindig gemacht. Der hier eingefügte Film ist die englisch sprachige Version – die Tonspur hat Bunker Roy selbst gesprochen.

Ich hockte mich im Mediacenter auf die Teppiche, Mohan baute seine Aufnahmegerätschaften daneben auf und los ging es. Den ersten Paragraphen musste ich wiederholen –zwischendurch kam laut piepsend ein SMS von Bata, also noch mal von vorn.

Ich gab mir Mühe schön ruhig und langsam zu sprechen und reichlich Pausen einzubauen. Bata hatte mir eingeschärft, auf keinen Fall unter 10 Minuten zu reden, lieber länger als kürzer und ich hatte nur noch 15 Minuten Zeit bis zur Abfahrt des Autos, das uns in ein 1,5 Stunden entferntes Dorf bringen sollte. Ich hatte also nur einen Versuch, für Wiederholung war keine Zeit. Alles lief wunderbar, ich habe ca. 12 Minuten gesprochen, also genau wie von Bata gewünscht. Viel später erzählt mir Bunker, dass es eigentlich genau anders herum war – auf keinen Fall länger als 10 Minuten reden…, keine Ahnung, was jetzt aus meiner offensichtlich zu langen Tonspur wird.

Am Ende wird es doch hektisch, ich renne zurück zum Guesthaus, deponiere meine Einkäufe und mache mich auf den Weg. Vor mir liegt der letzte aber aufregendste Ausflug in Tilonia – ein Besuch bei der amtierenden Premierministerin der Rajasthanischen Nachtschulen, der zwölfjährigen Neraj. Ich habe sie erst auf der Ziegenweide, dann im Hof ihrer Eltern und anschließend in der Nachtschule begleiten dürfen. Das waren unvergeßliche Augenblicke, von denen hier noch berichtet werden wird.

Neraj (12 J.), Premierministerin des Nachtschulen-Kinderparlaments

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Kaltstart in den Tag –  29.12.09

Über meinen heutigen Tag habe ich bisher nur wenig erzählt. Für die Neugierigen also mein Tag im Zeitraffer. Ich bin erstaunlich munter in den Tag gestartet, obwohl es nach deutscher Zeit noch mitten in der Nacht war. Neun Stunden Schlaf sind einfach genug. In meinem Bad gibt es nur fließend kaltes Wasser, das macht auch wach. Das Bad ist eine Tür neben meinem Zimmer, es ist spartanisch, die Spülung erfolgt mit einem Eimer. Ich putze mir mit kaltem Wasser in dem kalten Raum klappernd die Zähne. Später erfahre ich, dass es auf dem Flur einen Wasserhahn gibt, aus dem warmes, solarbeheiztes Wasser fließt. Das vergesse ich bestimmt nicht – heute abend ist der Hahn fällig.

Das Frühstück ist für die anderen um 8:30 Uhr schon vorbei. Es gibt wieder Fladenbrot aber diesmal in Öl gebacken, dazu etwas Kohlgemüse vom Vorabend und den obligatorischen Tee (für mich wieder ohne Milch). Ich spaziere danach durch das Campus, es gibt immer noch so viele Stellen, die ich nicht gesehen habe. Dabei entdecke ich die Ornamente in Batas Hof. In ihrem Büro setze ich mich eine Weile zum schreiben und Fotos sortieren hin, während Bata arbeitet. Leider ist dort das WLAN ausgefallen und irgendwann ist auch mein Laptop Akku leer, also ziehe ich um ins Telefonhüttchen. Dort holt mich Bata mittags ab, wir sind beide bei Aruna und Bunker Roy eingeladen, eine Dramaturgin und Theaterprofessorin aus Delhi ist auch zugast. Der Garten ist paradisisch (siehe mein Blogpost zur Kunst über die man laufen darf), wir sitzen im Freien, über uns hängen Blumenbüsche ihre Pracht herunter, Vögel singen und das Essen duftet aus verschiedenen Schalen so lecker wie es dann auch schmeckt. Außer mir essen wieder alle ohne Besteck, irgendwann muss ich das wohl doch auch mal lernen. Fladenbrot gibt es auch dazu aber in verschiedensten Variationen – aus Maismehl und aus Weizenmehl, mit und ohne Spinat daruntergemischt. Bunker macht wieder Witze darüber, dass ich in Tilonia so gefüttert werde, dass ich ein paar Kilo schwerer nach hause komme, ich glaube inzwischen, dass dieser Witz Realität werden wird. Immerhin, mein neues indisches Gewand hat Gummizug, da klemmt wenigstens nichts.

Bei Tisch reden wir über Ost und West und allerlei Frauenthemen. Aruna war schon zu DDR Zeiten in Dresden und ist auch sonst viel im Ostblock herumgekommen. Sie sagt, wie viele gute Dinge es dort gab, gerade in der Bildung und Kinderbetreuung. Ich erzähle ihr, wie empfindlich Manche heute noch im Westen reagieren, wenn man gute Haare in der DDR Vergangenheit findet.

Mir werden Mitarbeiter aus den Teams von Aruna und von Bunker Roy vorgestellt, mit etlichen von ihnen werde ich noch ausführliche Gespräche haben können, über die natürlich berichtet wird. Nach dem Essen gehe ich auf Ornamentsuche und sammele Fotoschätze. Auf dem Festplatz mit der Mandala-Feuerstätte entdecke ich etwas, das ich zuerst für eine Vogeltränke halte. Bata erzählt mir aber, dass die kleinen Schälchen Lichter enthalten, die zu Weihnachten angezündet wurden.

Hängelichterkette

Das Barefoot College – Land des Lächelns und der Entschleunigung

An dem Platz hängen auch bunte Stofffahnen, mit Weihnachts- und Neujahrswünschen und mit einem weisen Spruch –

Festtagsfahnen

„Friendship never asks for anything in return, which is why it receives so much abundance without measure“…Ja, an diesem Spruch ist viel Wahres dran. Er passt auch sehr gut in das barefoot college, weil hier ganz offensichtlich ein freundschaftliches Miteinander dominiert. Ich habe noch kein einziges lautes Wort gehört, selten so viele Menschen lächeln sehen. Ich glaube, in Deutschland lächelt man einfach zu wenig, dabei pflanzt sich ein Lächeln immer fort (ich muss da an eine sehr schöne Geschichte von Volker Strübing denken, von der Lesebühne „Liebe statt Drogen“). Mir fiel das heute bewusst auf, als ich bei jedem einzelnen Lächeln merkte, wie mir Sonnenstrahlen das Herz wärmten und ich irgendwann auch nur noch lächelnd herumlaufen konnte. Klingt kitschig, aber so hat es sich gefühlt. Wie Wärme von innen, durch die Freundlichkeit der Umgebung erzeugt.

Ich habe mich noch in keinem Urlaub so entspannt. Das liegt natürlich auch daran, dass ich zur Abwechslung mal nicht dauernd von A nach B reise und auch daran, dass man hier überall für mich sorgt, als wäre ich in einem all-inklusive Urlaub. Aber es liegt gewiß auch an der Freundlichkeit und Langsamkeit im Campus. Jetzt verstehe ich, wie das Bunker Roy immer meinte, wenn er mir in der Vergangenheit öfter riet „you have to do everything much slower, dont rush through your life“. Ich habe mich selten so entschleunigt gefühlt wie hier, wenn überaupt schon einmal. Die Zeit läuft neben mir her und ich merke es kaum. Ich habe keine Termine, keine Pläne, keine Verabredungen – wenn dann nur lose und zum nächsten Essen. Es gibt nie Eile, nie Druck, nie etwas zu verpassen. Da wo ich bin, bin ich immer richtig. Ein wunderbares Gefühl und ein eher ungewohntes oder sagen wir mit der Zeit verloren gegangenes Gefühl.

Kunst, die man kaufen kann

So wandere ich am Nachmittag auch in den barefoot college Shop, um mir die käuflichen Ergebnisse der vielfältigen Handwerke anzuschauen. Ich wollte sie wirklich nur anschauen, aber natürlich blieb es nicht dabei. Als Mensch mit Sinn für das Textile und Achtung vor dem Handwerk kann man im Shop verloren gehen oder zumindest ein paar stauenden Stunden verbringen.

der Barefoot College Craft Shop

Neben mir tat das auch eine indisch stämmige Familie aus Minnesota, der Vater ein Professor für Management, die Mutter ehemals aus Tilonia, die Kinder sind zum ersten Mal da.

Produkte aus dem Craft-Shop

Fast beneide ich sie um ihre gegenseitige Gesellschaft, in der sie sich immer wieder mit kindlichen Staunen und Begeisterungsrufen die schönsten Stücke zeigen, große Bettdecken auf dem Boden ausbreiten, die Vorzüge von Kissenfarben diskutieren und die Feinheit von Patchwork und Stickerei bewundern.

Produkte aus dem Craft-Shop

Ich staune still vor mich hin und baue in einer Ecke einen kleinen Stapel mit ausgesuchten Lieblingsstücken.

Ausschnitt aus einem riesigen Wandbehang mit Applikationen

Schuhe müssen jetzt auch sein, diese Machart hat fast das ganze Dorf an. Sie haben einen unschlagbaren Vorteil – man kann sehr einfach rein und raus schlüpfen, was man hier fast überall muss. Schuhe ausziehen ist hier Gebot an jeder Tür. So passt mein Schuhwerk auch besser zur indischen Kleidung.

meine neuen Schuhe

Neben einigen Kissenbezügen und anderen textilen Kleinigkeiten nehme ich aber auch noch 2 Bücher mit: eine Art Katalog des Kunsthandwerks aus dem college und ein Fotobuch mit Bildern der barefoot college Fotografen. Mein Großeinkauf kostet 63 Dollar und passt gerade so in zwei Tüten. Selbst diese Tüten sind Handwerk – aus alten Zeitungen, selbstgedrehten Hanfkordeln und an den Seiten mit Dekor beklebt. Nach dem Shoppen gibt’s wieder Tee mit Bata, draußen vor der Messe.

Bata beim Tee vor der Messe

Die Zeit bis zum Abendessen vergeht mir sehr schnell, umso mehr kommt es mir entgegen, dass wir etwas später essen gehen müssen, da die Blechteller alle sind. Heute bekomme ich kein Extraessen aber so scharf finde ich es gar nicht, vielleicht gewöhne ich mich auch nur langsam an die Schärfe im Essen. Ich möchte Bata etwas von der Heimat zeigen, aber auf meiner Festplatte finden sich nur Bilder von Berlin, auch da eher spezielles, wie das Lichtfestival und die Feiern zum 20. Jahrestags des Mauerfalls. Die Bilder von den Dominosteinen eignen sich aber gut, um ein wenig Deutschlandgeschichte zu erzählen, sie sind voller Symbolik. Ich zeige ihr meinen YouTube Film  mit den Mauersteinen und fast jedes Bild ist ein Stichwort zum Erzählen. Bata muss noch arbeiten, weitere Fotoschauen verschieben wir auf später. Ich setze mich ans Schreiben bis die Telefonhütte schließt. Mein zweiter Tag in Indien geht zu Ende.

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