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Posts Tagged ‘Jaipur’

Der Palast der Winde – rosafarbene Trutzburg aus dem Märchenland

Weitere Museen und Paläste vertrage ich an dem Tag nicht mehr – außerdem ist es inzwischen später Nachmittag und ich möchte noch ein wenig vom Gewimmel in der Stadt mitbekommen und natürlich einen Blick auf einen Markt werfen. Unterwegs dorthin halten wir jedoch noch am Palast der Winde an, der zwar auch rosafarben ist aber sonst in seiner Architektur völlig anders als alles Übrige in der Stadt.

Fassade des Palasts der Winde

In einem riesigen Halbrund drängen sich viele kleine Erker an-, über- und untereinander, ja sogar irgendwie übereinander, so dass die Fassade ein richtiges Gewimmel abbildet, das trotzdem Ruhe ausstrahlt.

Das ganze wirkt filigran durch die verschiedenartigen Fenstermuster aber dennoch auch wie eine Trutzburg, denn die Fensterdurchbrüche sind klein und lassen viel rosarote Mauer übrig.

Wir halten uns nur kurz auf, eine Bettlerin mit kleinem Kind bedrängt uns heftig. Ich habe im barefoot college und seiner Umgebung so etwas nicht erlebt und kann mit dem Anblick nicht umgehen. Ich habe nicht mal eine einzige Rupie, die ich ihr geben könnte – der Besuch eines Geldautomaten steht noch auf dem Plan, in meinem Portemonnaie gibt es nur Zwanzigeuro-Scheine. Die Frau hält mir den Säugling direkt vor das Gesicht und sagt dann immer „Foto Baby, Foto Baby“. Das ist sicher Ausdruck ihrer Not, für mich ist es trotzdem Kindesmissbrauch. Ich mag auch gar kein Foto davon machen. (mehr …)

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Pracht und Armut – Nachbarn am City Palast

 

Das Eingangstor zum Citypalast

 Nach der Albert Hall sind wir zum City Palast gefahren, dem Palast, in dem die vergangenen Maharadjas von Jaipur gewohnt haben und in dem noch heute ein Teil für die Residenz seiner Exzellenz vorbehalten ist.

Der große Rest jedoch ist für touristische Besuche freigegeben und enthält auch einige Sonderausstellungen in Gebäuden, die jeder für sich wie ein kleiner Palast aussehen.

Im Citypalast ist der Eintrittspreis noch etwas höher als in der Albert Hall – er liegt für Ausländer bei 300 Rupien (etwas mehr als 4 Euro), im Preis ist immerhin ein Audio Guide enthalten und einem Schlangenbeschwörer darf man unterwegs auch umsonst zusehen. Schlange stehen wiederum mußte man nicht und ein freundliches „bis bald“ wurde mir von der Audioguide-Verteilerin auch noch hinterher geworfen.

Rikshas auf dem Parkplatz vor dem Citypalast warten auf KundschaftVor dem City Palast ist ein Parkplatz bzw. eine Stelle, auf der man bezahlt parken kann und Platz für ein Gefährt findet. Der Boden ist unbefestigt, uneben und an vielen Stellen mit Unrat bedeckt, Busse stehen dort genauso wie Rikshas, bettelnde Kinder in erbarmungswürdigem Zustand belagern die wenigen Touristen, die dort aus ihren Fahrzeugen steigen und am Rand liegen Obdachlose im Schatten und schlafen. Einen Parkplatzwärter gibt es jedoch trotzdem, er verlangt 50 Rupien worauf hin Bata einen entrüsteten Wortschwall auf Hindi äußert, der ganz offensichtlich blankes Entsetzen über diese Preise enthält. Dem Zustand des Parkplatzes angemessen scheint das Entgelt jedenfalls nicht. Der Palast ist jedoch prächtig in jeder Hinsicht, unvorstellbar, dass es nur wenige Meter vor der Tür so anders aussieht.

Im Inneren des Palastgeländes

Der Palast selbst wurde 1890 gebaut und besteht aus einem ganzen Komplex von Gebäuden, die durch ein Netz von Innenhöfen miteinander verbunden sind. Wikipedia schreibt, dass er „von hohen Mauern umschlossen zwischen schönen Gärten und stolzen Höfen“ steht – da war ich wohl einfach auf der falschen Seite, ich habe von beidem nichts gesehen. (mehr …)

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Pink City Jaipur – das altrosa fällt von den Wänden

in der Pink City blättert das altrosa von den Wänden

Das Frühstück an meinem 9. Tag im barefoot college wird von einer sms von Bata unterbrochen –ich würde heute noch nach Jaipur fahren, sie kommt mit, Bunker hat das so für uns geplant! Ich dachte schon, ich sehe in meinen 11 Tagen Indien nur das barefoot college – so schön es dort auch ist, ein Ausflug ist mir schon sehr recht!

Der Tag wird auf einmal ganz hektisch, ich wollte unbedingt noch 2 fertige Texte vor dem Aufbruch hochladen, aber mit den Bildern dauert das ja alles immer so seine Zeit.

Es wird halb elf bis wir aufbrechen, aber wir kommen gut durch und um 12:00 Uhr mittags kommen wir in der „Pink City“ genannten Stadt an. Ich weiß gar nicht, wer sich mehr freut, Bata oder ich. Auch für sie ist es eine willkommene Abwechslung. Die Stadt ist wunderschön, sie fasziniert aber macht trotzdem hier und da traurig. Auf jeden Fall ein krasser Gegensatz zum dörflichen Leben im barefoot college.

In Jaipur sind manche Gebäude in bedauerlichem Zustand

Die ganze Altstadt ist ursprünglich in altrosa gestrichen worden.

Zum größten Teil ist die Farbe noch erhalten oder im Laufe der Jahre immer wieder in dem Ton nachgemalt worden.

Das „Pink“ im Nickname hat also seine Berechtigung, auch wenn altrosa viel besser passen würde und nicht so schrecklich nach Mädchenabteilung im Großkaufhaus klingt.

Inzwischen ist vom Pink oder altrosa jedoch auch schon viel abgeblättert, die Außenfassaden der meisten Häuser haben ihre schönste Zeit schon sehr lange hinter sich gelassen. (mehr …)

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